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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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4. Kriege der kleinrussischen und SaporogerKasaken. 173

mussteii. Die Feldarmee rückte am 1. März alten Styls ins Feld. Eingrosses Corps unter Befehl der Obersten Neb ab a und Gor kuschwurde nach Lojew geschickt, um den Marsch der lithauischen Truppenaufzuhalten oder wenigstens doch zu erschweren. Ein zweites grossesCorps unter Befehl des General-Jessauls Bogun und der OberstenNetscha'i und Glucho wurde nach Ssluzk entsendet. Beiden ertheilteChmjelnizki den Auftrag, den Feind nach Möglichkeit in seinenStandorten festzuhalten, falls dies aber unausführbar, dann ihn beiUebergängen über Flüsse und in Engpässen aufzuhalten, sich aber stetsauf das Hauptheer zurückzuziehen, welches auf Sbarash marschirte.

Die polnischen Geschichtsschreiber sagen, dass in dem vorhergehen-den Jahre 1648 die Kasaken unter Führung des Oberst Sladki, welcheAnfangs grosse Verheerungen in der Umgegend von Brest und Korbinausgeführt hatten, dann von Seiten der lithauischen Obersten Patzund Wolowitsch und des Grosshetmans Jan Radziwil, grossenWiderstand erfuhren, von Ssluzk abgewehrt, vor Tscherikow, Bychow,Pinsk geschlagen und aus Turok und Gorodno verjagt wurden; dassRadziwil Mosyr mit Sturm nahm und auch Bobruisk stürmte, dessenBewohner sich in einen hölzernen Stadtthurm einschlössen, ihn anzün-deten und darin verbrannten.

Im Frühjahre 1649, als Chmjelnizki, wie oben gesagt, dieCorps von Nebaba und Gorkusch nach Lojew an den Pripjet, unddie Abtheilungen von Bogun, Netscha'i und Glucho nach Ssluzkgesandt hatte, war Radziwil mit den lithauischen Truppen (an 80 000Mann) über den Pripjet gesetzt, um Lojew herumgegangen, welchesrechtzeitig von Nebaba zerstört und niedergebrannt war, und griff denLetzteren viermal mit seinen Avantgardetruppen an, wurde aber jedesmalabgewiesen, wobei der Tross der Lithauer im Pripjet ertrank; endlichbelagerte Radziwi 1 Kiew und zündete Podol an. Bogun drang bisBrest vor, zerstörte diesen und andere Orte, wie Wischnjowez, Bobru. s. w., und kehrte nach vielen Scharmützeln mit den Polen nach Ssluzkzurück; hier und in der Umgegend traf er viele Polen des PospolitojeRuschenje, machte mehrere Tausend derselben nieder, und verjagte dieAndern, nachdem er ihnen die Fahrzeuge, Vorräthe und eine MengeReit- und Lastpferde abgenommen hatte. Endlich wollte er Ssluzk be-lagern , die Bewegung des Königs auf Sborow Hess ihn aber davon Ab-stand nehmen. Chmjelnizki hatte auch den Oberst Glowatschmit 10 000 Kasaken nach Lithauen detachirt, welcher einen Theil deslithauischen Heeres unvermuthet überfiel, der bei Mosyrje überwinterte;er wurde jedoch abgeschlagen und dann von den vereinten KräftenRadziwil's besiegt. Danach sendete Chmj elnizki den StephanPodobailo mit frischen Kasakenregimentern, um sich zwischen Dnjepr