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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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4. Kriege der kleinrussischen und SaporogerKasaken. 171

sowohl, wie der Khan sein Heer, und der König begab sich auf den Rück-weg, hoch erfreut über den glücklichen Ausgang eines Krieges, welcherPolen den Untergang gedroht hatte.

Die Vergleichung der beiderseitigen Erzählungen über die Schlachtund den Friedensschluss von Sborow erweckt fast Zweifel, ob die klein-russischen und die polnischen Historiker dieselben Ereignisse schildern,und namentlich Pastor ii, der Lobredner Johann Kasimir's sogross ist die Verschiedenheit zwischen ihren Angaben, als ob sie von voll-kommen verschiedenen Dingen redeten! Von den kleinrussischen Histori-kern beschreibt Bantysch-Kamenski (und nach ihm einige russischeGeschichtsschreiber) diese Ereignisse hauptsächlich nach polnischen Quel-len, Markjewitsch abernennt (und nicht mit Unrecht) diese Erzählun-gen geradezu eine offenbare Ungereimtheit. »In der Beschreibungder Sborower Schlacht«, sagt er, »sehen wir Wunder polnischer Tapferkeit;auf unserer Seite handeln nur die Krymtataren, von den Kasaken ist garkeine Bede. Wenn der Khan sich nach der Seite des Königreiches hin-neigte, konnte dieses dann sogleich einen für sich so unvortheilhaften Frie-den schliessen"? Entspricht der Brief Chmjelnizki's (der augenscheinlicherdacht ist) an den König wohl dem Charakter desErsteren (und allen vor-hergegangenen Schritten und Worten); entspricht ihm sein Verzichtlei-sten nach dem Siege auf die Hetmanskeule, nachdem er vorher so unbeug-sam gewesen, ihm, der durch Manifest aussprach, dass er die Meineidig-keit der Polen aus Erfahrung kenne, sein Glaube an die Erlaubniss, un-gefährdet und ungeschädigt als Privatmann zu leben? Das ist offenbarerlogen u. s. w. Die Polen flohen vom Schlachtfelde u. s. w.« Manmuss dem beistimmen: die Polen, umzingelt, von allen Seiten angegrif-fen, konnten sich mit dem Muthe der Verzweiflung wehren, wurden aberohne Zweifel aufs Haupt geschlagen, und nicht durch den Khan mit denTataren, sondern durch Chmjelnizki mit den Kasaken,und derFriede von Sborow, so ehrenvoll und günstig für die Kasaken und denKhan, so schimpflich und nachtheilig für die Polen, war durchaus nichteine Folge der »milden Güte« des Königs, sondern ihm durch den SiegerChmjelnizki diktirt und nothgedrungen angenommen, zur Bettung desKönigs und des Königreiches.

So aber erzählen die polnischen Historiker im Allgemeinen alle Er-eignisse der polnisch-kasakischen Kriege, es ist unmöglich, bei ihrerausserordentlichen Parteilichkeit, ihnen zu glauben.

Wenden wir uns nunmehr zu dem, was inzwischen vor Sbarash ge-schah. Die darin eingeschlossenen Polen und Einwohner, noch immeraufdie Hülfe des Königs hoffend, setzten ihren Widerstand fort, obschon siesich in der furchtbarsten Lage befanden. Schon über einen Monat nähr-ten sie sich von Pferden, Hunden, Katzen, Mäusen; endlich war auch diese