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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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170 I. Kriege von 16131689.

Meilen vorwärts bis Sbarash zu marschiren (während die polnischenHeere bei Sbarash und vor Sborow von überlegnen Kräften umzingeltwaren!), die Anderen sich durchzuschlagen und zurückzugehen (nachdem vermeintlichen Siege vom ersten Tage!), Ossolinski aber rieth,um Blutvergiessen zu vermeiden ('?), den Khan und die Tatarenvon Chmjelnizki und den Kasaken zu trennen (diese Politik ist sehrwahrscheinlich, weil vollkommen im polnischen Geiste). Diese Meinungtrug es über die anderen davon, und sofort wurde an den Khan ein ge-fangener Tatar mit einem Schreiben des Königs gesendet, welcher »denKhan daran erinnerte, dass er Freiheit und Thron dem Bruder und Vor-gänger des Königs, Wladislaw, verdanke, bei welchem er gefangengewesen war, und deshalb sollte er nicht undankbar sein, indem er dieihm angetragene Freundschaft undBündniss zurückweise«. Der Khan aberbeantwortete diesen Brief gar nicht, dagegen fielen mit Tagesanbruch dieTatarenden polnischen Train, unddie Kasaken das polnische Lager an, dieEinen aber wie die Andern wurden abgeschlagen. Nun, sich in drei Theiletrennend, griffen sie das Lager des Königs selber an und bemächtigten sicheiner dasselbe beherrschenden Höhe, von welcher aus Chmj elnizki durchArtilleriefeuer grossen Schaden that. Schon begannen die Polen zu ermat-ten, auf dem Wall ihres Lagers erschien eine Kasakenfahne, als ungefährum Mittag der König die Antwort des Khans und einen Brief Chmjel-nizki's erhielt. Der Khan bedauerte den durch den König erfolgtenAbbruch der freundlichen Beziehungen zur Krym, versprach Chmjel-nizki zum Frieden zu bewegen und schlug vor, in Unterhandlungen zutreten. Chmjelnizki versicherte in sehr ehrerbietigen Ausdrücken denKönig seiner Ehrfurcht, rechtfertigte sein Verhalten und erklärte sogar sicheinverstanden, die Hetmanswürde niederzulegen, wenn er nur ungefährdetund unbeschädigt unter dem Schutze des Königs leben könne. In Folgedessen wurden Verhandlungen angeknüpft und nicht später als am 7.(17.) August (nach Markjewitsch am 10. [20.] August, mit Bestäti-gung vom 26. August [7. September]) wurde ein Friedensvertrag abge-schlossen, nach welchem der König, dem Khan zu Gefallen, denKasaken verzieh und sie in seiner milden Güte zu Gnadenannahm, ihnen alle alten Gerechtsame und Vorrechte und all ihrLand bis zu den Flüssen Goryna und Dnjestr wiedergab, wobei die pol-nischen Truppen nicht in Kasakenstädte und Dörfer in Quartier gelegtwerden, in Kiew und den andern Städten der Ukraine keine Jesuiten-schulen sein, die rechtgläubigen Kirchen in ganz Polen und Lithauen beiihren alten Beeilten und Besitzthümern erhalten bleiben sollten u. s. w.;mit dem Krym-Khan aber schloss der König einen Waffenstillstand undverpflichtete sich, demselben sofort für die letzten zwei Jahre, und fortanalljährlich je 90000 Slotny zu bezahlen. Dann entliess Chmjelnizki