168 I. Kriege von 1613—1689.
stürzten nun dem polnischen Heere in denRücken. Der Peremyschler Adelund die Eeiterei des Fürsten Dominik Sasslawski, vom FürstenKoretzki befehligt, hielten den Choc der Tataren nicht aus, Wi-towski aber und Sapieha unterstützten sie. Die Tataren zogen sichzurück, machten dann einen noch heftigeren Angriff, wurden indessen vondem zur Hülfe herbeieilenden Kastellan vonSandomir und dem StobnitzerStarosten abgewiesen.
Während die berittenen Kasaken auf den Flanken, die Tataren imRücken der Polen den Kampf des 17. Juni vor Sonnenaufgang eröffnethatten, griff Chmjelnizki das polnische Heer in der Front an. Erbefahl seiner ersten Linie, das Feuer des Gegners nicht zu erwidern,sondern erst dann auf denselben zu schiessen, wenn er auf nächste Ent-fernung heran sei. Sobald er nahe heran war, erhielt der Feind auf derganzen Linie das heftigste Geschütz- und Gewehrfeuer, zu gleicher Zeitführte Cavallerie aus der Reserve hinter dem Walde einen Seh warmangriffauf Flanke und Rücken des Gegners aus. Der dichte Pul verrauch, der dasganze Schlachtfeld und die Kämpfenden bedeckte, erlaubte lange nicht, denGang der Schlacht zu beobachten. Plötzlich erhob sich im Centrum des pol-nischen Heeres ein Geschrei, welches darauf schliessen Hess, dass dortgrosse Unordnung entstanden sei: einige polnische Truppentheile hattendas furchtbare Feuer nicht aushalten können, warfen sich nach rückwärts,zerrissen die Front der polnischen Linien, brachten dadurch Unordnungund Verwirrung in dieselben und verwirrten die alten Truppen. Chmjel-nizki schickte sogleich einen Theil Fussvolk und Cavallerie in die ent-standene Lücke. Dieses Fussvolk, mit der Pike kämpfend, drängte denGegner zurück, und als Jener nun diese Infanterie zu umzingeln suchte,stiess er auf die übrige Kasakenreserve und wurde geworfen. Nun tratdas ganze polnische Heer, in Unordnung gebracht, den Rückzug an, wel-cher allmälig in eine allgemeine und vollkommene Flucht überging.Chmj elnizki Hess Vorsichtshalber einen Theil des Fussvolks auf demKampfplatz stehen, mit dem gesammten übrigen Heere verfolgte er, undliess den Feind in Front und Flanken drängen. Bei dieser Verfolgungwurden die Polen ohne Gnade von der Kasaken- und Tataren-Cavallerieniedergehauen; die Erstere fiel schon nicht mehr in zerstreuter Ordnung,sondern in ganzer Lawa und geschlossener Linie sie mit der Pike an.Der König selbst ward mehrmals von Kasaken umringt, aber sie thatenihm Nichts, sondern behandelten ihn mit Achtung. Diese Verfolgungsetzte sich 15 Werst weit bis Sonnenuntergang fort, eine Menge Polenfielen oder wurden verwundet.' Auf dem Schlachtfelde allein wurden20 000 Gefallene bestattet, darunter viele vornehme und berühmte Anfüh-rer. Das ganze Lager des Königs, der Führer und Truppen mit allen