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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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4. Kriege der kleinrussischen und SaporogerKasaken. 167

Theil der polnischen Reiterei und 6000 Mann Fussvolk gerade die Brückepassirt hatten und die Kriegsvorräthe ihnen mit dem Fuhrwerk, die Ar-rieregarde an der Queue folgten, war ein Theil der Truppen Chmjel-nizki's bereits in Sborow, wo sie als Zeichen zum Kampfe mit allenGlocken läuten sollten. Chmjelnizki hatte für den Kampf seinTerrain vor Sborow zweckmässig gewählt, zwischen der Stadt und demHeere des Königs; sein Fussvolk hatte er durch abgesessene Kasakenverstärkt, es in langer Linie auseinander gezogen und in drei Haufengetheilt, auf deren Flanken Batterien standen, welche durch breite undtiefe Gräben geschützt waren. Die Flanken der ganzen Linie lehntensich rechts an den Sumpf und den durch diesen geführten Kanal, linksan den Wald, welcher weithin durch Schanzlinien vertheidigt wurde.Hinter der ersten Linie stand in Reserve hinter dem Wald ein Infanterie-und Reitercorps , vor der Linie ein grosser Theil der besten Cavallerie,deren Anführer den Befehl hatte, sich auf Flanke und Rücken des Geg-ners zu werfen, wenn dieser an die Linie des Kasakenfussvolkes herankam. Alle diese Maassregeln Chmjelnizki's hatten unzweifelhaftden Zweck : 1) dem Feinde nicht zu gestatten, dass er das verbündeteHeer umfasse und tournire, diesem hingegen zu ermöglichen, dass es mitdem Gegner so verfahre; 2) durch die Aufstellung und Action der vor-dersten Cavallerie die Aufmerksamkeit des Feindes zu beschäftigen, ihndurch den Gedanken, dass er umfasst werde, zu ängstigen, und ihm einDurchbrechen der Linie des Kasakenfussvolks zu verbieten. Nach Auf-stellung des Heeres feuerte Chmjelnizki in begeisterter Anspracheseine Kasaken an, wider die uralten Feinde M die Bedrücker der Ukrainetapfer zu kämpfen, aber an den König, »den Gesalbten des Herrn«, nichtdie Hand zu legen.

Unterdessen hatte der König, aus dem Sumpf herauskommend, aufdem rechten Flügel die Cavallerie des Königs, derWojewoden von Podolund Bjels und Dönhof's, und einige Fussregimenter unter Osso-linski's Oberbefehl aufgestellt; auf dem linken Flügel die berittenenSchaaren des Krakauer Starosten. Fürsten Juri Ljubomirski, unddes Fürsten Koretzki, sowie die Regimenter Pusowski's und an-derer Obersten; im Centrum (wo er sich selbst befand) die Infanterie desGeneralmajors Hu bald und des krakauer Gouvernators Wolf, welcherdie eigentlichen deutschen Regimenter und 600 Mann Fussvolk, vom Un-terkanzler Leo Sapieha geworben, unter sich hatte.

Sobald der polnische Wagentrain die Brücke durch den Sumpf über-schritten hatte, erklangen in Sborow alle Glocken und warfen sich dieberittenen Avantgardekasaken von zwei Seiten auf den Wagentrain, dieEinwohner von Sborow rissen den Damm am Teiche nieder, um denTataren den Uebergang durch denselben zu erleichtern, und diese