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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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166 I. Kriege von 16131689.

genden verminderte die Zahl der Vertheidiger von Sbarash, so dass siedrei Mal nach und nach den Kreis der zu vertheidigenden Festungswerkeeinschränken mussten und in gleichem Maasse auch durch die Belagerereingeengt wurden, welche die von den Vertheidigern aufgegebenen Werkebesetzten. Ausserdem ging den Belagerten allmälig das Pulver aus, undaus Mangel an Nahrungsmitteln entstanden Hunger, Krankheiten, Sterb-lichkeit, und es starben viele Menschen, fielen Pferde in Menge miteinem Worte die Truppen in Sbarash und die Einwohner erlitten alleSchrecken einer Belagerung und würden sich wahrscheinlich binnenKurzem ergeben haben, wenn sie nicht durch ein Schreiben neuen Muthgeschöpft hätten, welches ein im Kasakenheere dienender Pole an einemPfeile in die Stadt schoss, und in welchem er behauptete, dass der Kö-nig schon herannahe und dass die Belagerten sich nicht ergeben sollten.

In der That war der König zu dieser Zeit, um den 15. Juni, nichtweit, er näherte sich nämlichSborow (zweiMeilen westlich von Sbarash),obgleich er viel früher zum Entsatz der belagerten Stadt Sbarash hätteerscheinen können. Er aber, wie sein Grosskanzler Ossolinski vongeheimem Hass gegen Wischnewezki erfüllt, zog mit dem Heere(nach Pastorii20000 Mann, nach Engel34000 Mann, n. A.40000 sogar 100 000 Mann, wahrscheinlich also 34 40000 Mannstark) von Ljublin nicht auf dem geradesten und nächsten Wege nachSbarash, sondern auf weiterem Bogen über Lwow und Sborow, umwie es hiess die Truppen und die nöthigen Lebensmittel besser zusammeln , zugleich sehr langsam mit häufigen Halten und tagelangemVerweilen in den am Wege gelegenen Städten.

Sobald Chmjelnizki von dem Anmarsch des Königs auf SborowNachricht bekam, rückte er mit einem Theil seines Heeres (nach Engel 20 000 Kasaken und 200 000 Tataren, was ganz unwahrscheinlich,nach Pastorii und Chevalier mit 80 000 Kasaken und 60000 Tataren,was eben so zweifelhaft scheint) dem König entgegen, der andere Theildes Heeres blieb vor Sbarash liegen, um die Einschliessung und Belage-rung fortzusetzen. Es ist anzunehmen, dass Chmjelnizki die grös-sere Zahl Kasaken und Tataren, vielleicht 6070 000 Mann, mit sichnahm, die kleinere Hälfte aber vor Sbarash Hess. Am zweiten Marsch-tage erfuhr er, dass das Heer des Königs schon ganz nahe sei, ungehindertkam er, von dichtem Nebel und der Nachlässigkeit des Königs begünstigt,welcher keinerlei Kundschafter und Maassregeln gegen den Feind vor-getrieben hatte, uach Sborow. Zu diesem ersten fügte der König nocheinen zweiten grossen Fehler hinzu, indem er in der Nacht vom 16. zum17. Juni (beiden polnischen Chronisten vom 14. zum 15. August) auf zweiDämmen mit Brücken durch einen sumpfigen unpassirbaren Bruch west-lich von Sborow zu marschiren begann. In dem Augenblicke, als ein