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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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160 I. Kriege von 16131689.

an, indem er dem Obersten Kriwonoss mit 6000 Kasaken befahl, aufdem Wege, welchen die zurückgehenden Polen einschlugen, eine waldigeenge Schlucht vor dem Dorfe Grochowzi zu besetzen. Die Polen hatten15 Werst mit abgesessener Cavallerie und unter stetem Herumschiessenmit den hinten heftig nachdrängenden Kasaken und Tataren zurückge-legt, als sie plötzlich, in die Schlucht hinabsteigend, sich dem Feuer derKriwonoss-Kasaken ausgesetzt fanden. Heftig von hinten und vonvorn gedrängt, wehrten sie sich, trotz des Verraths der Dragoner, welchesich den Kasaken ergaben, mit dem Muthe der Verzweiflung. Endlich,als sie sich von der Unmöglichkeit, weiter zu gelangen, überzeugt hatten,rief einer der reichen volhynischen Herren, Fürst Korezki, den »Ge-fährten« zu, sich zu Pferde zu setzen und dann die Kasaken zu durch-brechen. 2000 Mann stürzten ihm nach"; 500 davon kamen um, 1500aber schlugen sich durch. Nun aber wurden die Polen von Kasaken undTataren schonungslos niedergemacht. Potozki, Kalinowski, an80 Offiziere und eine Menge gemeiner Soldaten wurden gefangen genom-men, Chmjelnizki behielt etwa 60 Offiziere und 500 Frontsoldatenfür sich »zum Loskaufen«, alle Uebrigen Uberliess er Tugai*). DieSieger gewannen als Trophäen die ganze Artillerie, 3 kostbare Feld-herrnstäbe, 4 Buntschuks (Hetmansstab oder Rossschweifstangen),94 Fahnen, den ganzen reichen Train der Hetmans, polnischen Vornehmen,Herren, mit einem Wort es war die vollkommenste Vernichtung despolnischen Heeres und die reichste Beute, eine würdige Vergeltung fürdas grausame Verfahren der polnischen Schljachta gegen die Kasakenund die Ukraine.

Chmjelnizki that, als wüsste er nichts von dem Tode des Königs,schickte auf seinen Namen ein Schreiben nach Warschau mit der Recht-fertigung seines Verhaltens, und erliess selbst durch ganz Kleinrusslandein Universal vom 28. Mai alten Stils aus Bjelaja Zerkow (wohin er ausKorsuna seinen Aufenthalt verlegt hatte), mit der Aufforderung an Alleund Jeden, sich zu Pferde nach Bjelaja Zerkow zu begeben; er unter-zeichnete bereits als »Hetman des Saporoger Heeres und der ganzenkleinrussischen Ukraine zu beiden Seiten des Dnjepr«. In Folge dessenströmten von allen Seiten die Einwohner Kleinrusslands ihm zu, und baldbelief sich deren Anzahl auf 40 000 Mann. Der Brazlawer Wojewodeund Senator Adam Kissel, ein eifriger Rechtgläubiger, beredeteChmjelnizki, mit Polen Frieden zu schliessen, das Blutvergiessen zu

f) Wj elitschko sagt, dass bei Sheltyja Wody (3000) und Korstina (6000) imGanzen 9140 gemeine Soldaten gewesen seien, dazu % (mindestens) Todte gerech-net, ergäbe als die polnische Gesammtstärke 12000 Mann; Geschütze seien 41 ge-nommen. Doch scheint dies Alles übertrieben.