158 I- Kriege von 1613—16S9.
nun, der Unterstützung von Barabasch's Corps beraubt und auch vonseinem Vater keine erlangend, einen Kriegsrath berief, in welchem be-schlossen wurde, das Lager jenseits der Sheltyja Wody zu verlegen undsich daselbst bis zum Eintreffen der Hülfe des Kronshetmans zu halten.Dies wurde auch am anderen Tage (5. [15.] Mai) ausgeführt; als aberStephanPotozki vorwärts ging, um Chmjelnizki zurückzudrän-gen , wurde er selber von Letzterem kräftig und ungestüm in der Front,von den Avantgarde-Tataren Tugai-Bey's im Rücken angegriffen.Die russischen Dragoner gingen zu Chmjelnizki über, Potozkiwurde gezwungen, zurückzugehen und sich in seinen Verschanzungenfestzusetzen. Am anderen Tage (6. [16.] Mai) nach heissem, durch einenPlatzregen beendetem Kampfe willigte Stephan Potozki in Chm je 1-nizki's Vorschlag zur Anknüpfung von Unterhandlungen ein. Dieseendigten damit, dass Potozki seine Geschütze auslieferte und die Er-laubniss erhielt, abzuziehen. Am 8. (18.) Mai trat er seinen Rückmarschan; als er aber durch einen 20 Werst langen dichten Wald zog, stiesser auf Tugai-Bey's Hauptmacht, welche sich so heftig und wild aufdie Polen warf, dass diese zum Theil nur gefangen, zum grössten Theilniedergemacht wurden. Potozki und Tschembek wurden schwerverwundet, der Erstere erlag bald seinen Wunden, der Letztere geriethin Gefangenschaft, zugleich mit 2Sapiehas, Tscharnetzki, Chreb-to witsch, Uminsk, vielen anderen vornehmen Polen, und demKasaken-Starschinen Iwan Wygowski (in der Folge kleinrussischerHetman). Diese alle und 3000 gefangene Soldaten wurden nach Tschi-girin gebracht, an Tugai-Bey übergeben und in die Krym geschleppt.Die Tataren hatten reiche Beute gemacht, welche sie mit den Kasakentheilten.
So wird diese Vernichtung der Polen bei Sheltyja Wody und aufdem Rückmarsche sowohl von kleinrussischen Chronisten, als auch vonpolnischen Geschichtsschreibern geschildert. Die Ersteren aber wider-sprechen sich, während die Letzteren, wie gewöhnlich, Vieles verschwei-gen oder es in anderem Sinne darstellen. So sagt Wjelitschko, dassChmjelnizki sich 30 Werst oberhalb Koidak aufgestellt habe, nach-dem er mit Barabasch zu Ende gekommen zu den Sheltyja Wody ge-gangen sei, wo sich Stephan Potozki schon befand, und diesen amfolgenden Tage (5. Mai) angegriffen habe. Wjelitschko sagt ferner.Stephan Potozki sei aus Tscherkassk am 13. (23.) April abmarschirt,nach 8 Tagen bei Sheltyja Wody eingetroffen, nämlich am 22. April(2. Mai); die eine oder die andere Angabe ist also falsch. Die polnischenSchriftsteller bezeichnen den 5. (15.) April als Tag der Schlacht.Bantysch-Kamenski sagt, dass Barabasch am 5. (15.) April er-mordet, und dann an derselben Stelle auch Stephan Potozki umge-