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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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4. Kriege der kleinrassischen und SaporogerKasakeii. 157

hinabgefahreü in kürzerer Zeit als die Abtheilung Stephan Potozki's,welche den 70 Werst langen Landweg bis zu den Sheltyja Wody in8 Tagen zurücklegte *).

Chmj elnizki , welcher zuverlässige Kunde von dem Zusammen-ziehen, dann von der Eichtung und Ordnung des Marsches von Bara-basch's und Stephan Potozki's Abtheilungen hatte, rief die Pere-koper Tataren zu Hülfe (welche auch unter Führung des MursenTugai-Bey erschienen), stellte auf den Dnjeprinseln Batterieen hinterStrauchwerk und Schilf versteckt geschickt auf, Hess einen Theil derTruppen daselbst, etablirte Wachen längs dem Dnjeprufer und marschirtemit den Hauptkräften am 22. April (2. Mai), von den Tataren Tugai-Bey's gefolgt, rasch dem Stephan Potozki entgegen. Bei Shel-tyja Wody angelangt, blieb er dort im Tabor stehen, Nachrichtenvom Dnjepr erwartend. Hier wurde die Schiffsabtheilung Barabasch's,als sie an die Inseln herankam, auf welchen die Batterieen der Kasakensich befanden, von deren heftigem Feuer begrüsst, das ihnen viel Scha-den und Verlust zufügte. Inzwischen war das Corps Stephan Po-tozki's bei Sheltyja Wody angekommen, und als es hier auf C hmj el-nizki im Tabor stiess, wurden Reiter auf »Geplänkel« vorausgeschicktund zu P o t o z k i' s Vater um Unterstützung gesendet. Auch C h m j e 1 -ni z ki schickte Reiter aus, ging aber selber nicht aus dem Tabor heraus,sondern sendete Tugai-Bey mit den Tataren heimlich auf weitem Um-wege in den Rücken und auf die Verbindungslinien StephanPotozki's. Der Letztere hielt sich, Hülfe von seinem Vater und vonBarabasch erwartend, 3 Tage auf seinem Platze, mit Hülfe seinerArtillerie. Chmj elnizki aber begab sich zu den Batterieen auf denInseln, befahl das Feuer einzustellen, zog eine weisse Fahne mit daraufgemaltem Kreuze auf und rief laut I »Friede der Christenheit!« TausendKehlen in Barabasch's Corps antworteten ihm freudig mit demselbenRufe, und die Kasaken Barabasch's stürmten zu Chmj elnizkiund gingen auf seine Seite über. Barabasch verbarg sich, diessehend, in einer Barke nnd wollte sich durch die Flucht retten, wurdeaber entdeckt und von den Kasaken ermordet. Dies geschah am Mor-gen des 4. (14.) Mai vor den Augen von Stephan Potozki, welcher

*) Sheltyja Wody (Gelbwasser) war damals ein Grenzzufluchtsort, dessengenaue Lage unbekannt. Indem »Buche der grossen Pläne«, ebenso aufder Karte Rizzo-Zanone ist seine Lage nicht bezeichnet; der polnische Hi-storiker Kochowski sagt, dass er ein von Sümpfen umgebener und wegen seinerTiefe und seines schlammigen Bodens unpassirbarer See gewesen sei, woher auchsein Name gelbes Wasser. Solowjew und Kastomarow nennen es einenDurchfluss bei der Mündung des Flusses Tjassmin in den Dnjepr unweit Krylow,und nach dem Stand und Gang der Ereignisse erscheint dies als das Wahrschein-lichste.