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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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156 I. Kriege von 16131689.

freiung Kleinrusslands von den Polen, zum Abfall von dem Verrätherund Verderber des Vaterlandes Barabasch. und zur Versamm-lung Aller in Koidak. Bald trafen bier 3000 einregistrirte Kasaken ausdem Poltawischen. Mirgorodschen, Gadascher und andern Regimenternder linken Seite ein.

Der Aufstand der Kasaken beunruhigte die Polen ernstlich, dereneinzige Hoffnung Barabasch war, dieser aber war nur darauf bedacht,dass er nicht allein zum Vice-, sondern zum wirklichen Hetman ganzKleinrusslands auf beiden Seiten des Dnjepr und des Saporoger Heeresernannt werde, und der Reichstag bestätigte ihn in dieser Würde. DerKronshetman Nicolai Potozki, durch Barabasch von Chmjel-nizki's Thaten unterrichtet, traf ungesäumt Anordnungen zu einerVersammlung der polnischen Truppen und einregistrirten Kasaken inTscherkassk und Korsuna, um gegen Chmjelnizki und die Tata-ren zu operiren. Denn Chmjelnizki hatte schon den Krym-Khan aufseine Seite zu bringen gewusst, wobei ihm weniger noch Geschenke undVersprechungen, als ein Bruch des Khans mit Polen, in Folge der Wei-gerung Polens, dem Khan den üblichen jährlichen Tribut zu zahlen, zustatten gekommen waren. Solchergestalt hatte Polen nicht nur mitChmjelnizki, sondern auch mit dem Krym-Khan zu thun, für Polenkeine leichte Aufgabe.

§. 23.

Kriege zur Zeit des Hetman Bogdan Chmjelnizki (16481657).Krieg im Jahre 1648.

Alles das oben Geschilderte ereignete sich in der Zeit vom 7. August1647 (Erscheinen Chmjelnizki's in derSsjätsch) bis zum Frühling1648. Im Februar und März dieses Jahres hatte Po t o z ki in Tscherkasskund Korsuna nicht weniger als 32 000 Mann beisammen (worunter 6000einregistrirte Kasaken Barabasch's). Mit den Hauptkräften derselbenbefand sich Potozki selbst in Tscherkassk, der Vollhetman Kali-nowski mit einem Theil der Kräfte in Korsuna. Im April wurde derEinfall in Saporoshien unternommen: ungefähr 7000 Mann (Dragoner,aus russischen, d.h. kleinrussischen Bewohnern, und polnischen einregi-strirten Kasaken) und 12 Geschütze, unter dem Befehl Stephan's, desjungen Sohnes von Potozki, wurden den Dnjepr hinab auf dessen rech-tem Ufer vorausgeschickt, um den Feind zu entdecken; ein anderes Corps(deutsches Fussvolk und polnisch registrirte Kasaken), im Ganzen 2 bis3000 Mann mit 15 kleinen Geschützen, unter Barabasch's und desOberst Kretschowski Befehl, wurde zu Schiffe von Tscherkassk anden Dnjepr bis Koidak gesendet. Dieses letztere Corps war den Dnjepr