4. Kriege der kleinrussischen und SaporogerKasaken. 155
schwor öffentlich, zum Nutzen der Letzteren zu handeln, heimlich aberverrieth er sie an die Polen, welchen er den Rath gab, die Saporogergänzlich zu vernichten. In Saporoshien wählte man Iwan Poleshai,Sohn des durch Barabasch getödteten kleinrussischen GeneralrichtersAnton Poleshai. Konjezpolski seinerseits unterstützte Bara-basch mit 500 Mann polnischer ländlicher Wachen und schickte siemit 3000 Kasaken gegen Poleshai. Die Saporoger wurden geschla-gen, Poleshai fiel im Kampfe, die Ssjätsch in Nikitin Rog ergab sichden Polen. Da entfloh Bogdan mit einem Universal") Wladislaw's,welches er durch List sich von Barabasch zu verschaffen gewusst hatteund das für seine geliebten Kasaken günstig war, in die SaporosherSsjätsch. Am 7. August 1647 traf er in Nikitin Rog (auf der Dujepr-Insel)ein, er fand daselbst 300 bewaffnete zum Kriege bereite Saporoger (die An-dern waren theils auf Jagd, theils auf Kundschaft aus). Zu ihnen führte ernoch 31J 5 einregistrirte Kasaken, welche nach Gu 1 ak's Tode nach Saporo-shien gegangen waren (s.oben), rief das Heer zusammen, las einschrei-ben Barabasch's und das Universal des Königs vor, und stellte zurWahl: »ruhmvoll oder schmachvoll untergehn«. Die Kasaken erklärteneinstimmig sich bereit, zum Wohle des Vaterlandes zu dienen, und riefenihn zu ihrem Hetman aus. Er aber wollte das nicht annehmen, bevordas ganze Volk und Heer gewählt habe, erbot sich aber, sie in seinemRange als Generalschreiber zu führen, und erklärte, dass unbedingt diepolnische Festung Koidak am Dnjepr, oberhalb des ersten Falles, weg-genommen werden müsse. Diese Festung war von polnischen Truppenund Kasaken besetzt. Chmjelnizki machte mit einem Theil seinerKasaken von der Steppenseite her einen plötzlichen Scheinangriff aufdieselbe, und während die Polen alle Kraft und Aufmerksamkeit gegendiesen Angriff richteten, kroch der andere Theil der Chmjelnizki-schen Kasaken heimlich am Dnjeprufer zur Festungsmauer selbst, drangan den Wasserthoren vom Dnjepr her fast ohne Widerstand in dieFestung ein, fiel den Polen in den Rücken und richtete ein furchtbaresBlutbad unter ihnen an. Nun führten auch die Kasaken von der Step-penseite her ihren Angriff energisch aus, drangen in die Festung ein undvollendeten die Niederlage der Polen, sodass nicht ein Einziger übrigblieb, welcher den Untergang der Garnison hätte melden können. Alles,was an Waffen, Geschützen und Vorräthen in der Festung gefundenwurde, vertheilte Chmjelnizki an seine Truppen, Koidak wurde zumSammel- und Vertheidigungspunkte für das kleinrussische Heer be-stimmt. Von hier aus sendete er sogleich Rundschreiben aus, durchwelche er alle Kasaken zum Aufstande Mann für Mann aufrief, zur Be-
Königlicher schriftlicher Erlass. Amn. d. Ueb.