154 I- Kriege von 1613—1689.
Kasaken hatte, gleich seinem Vorgänger auf die Grenzen zwischenKleinrussland, Russland und der Krym, und zog fünf Jahre lang bald demeinen, bald dem andern Lande, selbst der Türkei, über die Wolga, überden Kuban, bis Anatolien zu Hülfe. Nach seinem Tode aber im Jahre1647 zogen die schwachen Reste seiner Schaar nach Saporoshien aufdie Dnjeprinseln.
Während dessen setzten die in ganz Kleinrussland unbeschränktherrschenden Polen daselbst ihre Vicehetmans ein, im Jahre 1646 Ni-colai Sazwilichowski, welcher sich in den Kämpfen mit den Ta-taren einen Namen machte, die Liebe der Kasaken und der Saporogergewann und, entgegen dem König und den polnischen Magnaten 2 Star-schinen nach Moskau zum Zar Alexei Michailowitsch sendete,weswegen und mit welchem Erfolge, ist unbekannt. Nur das ist bekannt,dass Sazwilichowski ergriffen, nach Warschau gebracht wurde unddann verschwunden ist (unzweifelhaft also hingerichtet). An seine Stelletrat der Tschigirinsche Oberst und General-Jessaul Iwan Bara-basch.
In dieser Zeit tritt der zukünftige Befreier und Held Kleinrusslandsauf, der berühmte Zenobius Bogdan Chmjelnizki. Er warmütterlicherseits ein Enkel des kleinrussischen Hetmans Feodor Bog-dan (1576—1579), ein Sohn von dessen Tochter Anastasia und demregistrirtenSotnik des tscherkasskschenRegiments, Michael Chmjel-nizki. Nachdem er in Kiew, dann in dem polnischen Jaroslawez, zu-letzt in Warschau eine ausgezeichnete Erziehung genossen, that er sichzuerst in der Schlacht bei Zezora am Pruth (7. Oktober 1620) zwischenden Polen und Kasaken und den Türken hervor, wo er, seinen erschla-genen Vater erblickend, in die Reihen der Türken einbrach, aber ge-fangen genommen und den Tataren als Sclave überlassen wurde. ZweiJahre nachher von Sigismund losgekauft, trat er in dessen Garde ein,kam bald in seine Heimath Tschigirin, musste hier aber Hass und Ver-folgung von Seiten des Tschigiriner Unterstarosten Tschaplinski er-dulden, welcher ihm sein Vermögen entriss und sogar Anschläge aufseinLeben machte. Nach vergeblichen Versuchen, eine gesetzliche Genug-thuung durch richterlichen Spruch zu erlangen, reichte Bogdan demSohne Sigismund's, Wladislaw, eineKlage ein, welcher erwiderte,dass er nicht die Macht habe, ihm und den übrigen Kasaken zu helfen,und ihnen überlasse, ihr Recht mit bewaffneter Hand selbst zu suchen.Während dessen hatte Tschaplinski das Weib Bogdan's entfuhrtund dessen geliebten Sohn öffentlich auspeitschen lassen. Nun beschlossBogdan, welcher schon Generalschreiber des kleinrussischen Heereswar, sich und sein Vaterland zu rächen.
Barabasch, von den Polen geliebt, von den Kasaken gehasst,