4. Kriege der kleinrussischen und Saporoger Kasaken. 153
hatte. 0strj aniza ging ungesäumt zum Sturm über; Potozki aberschickte ihm die russische Geistlichkeit mit den Kreuzen und Bannernund der Betheuerung. dass er zum Frieden geneigt sei, entgegen. Nachlangen Berathungen zwischen den Kasaken wurden die Bedingungen einesewigen Friedens (!) von beiden Theilen in der Kirche abgeschlos-sen, mit einem Eide auf das Evangelium bekräftigt, und dann zogen dieHeere nach beiden Seiten ab. Ostrjaniza mit den Starschinen undObersten, ohne Bedeckung, begab sich nach Kanew, um in dem dortigenKloster Gott für den erlangten Erfolg zu danken. Die Polen, durchihre Geistlichkeit von dem den Schismatikern geleistetenEide entbunden, gelangten auf Feldwegen und Schluchten zu demKanewschen Kloster, umzingelten es und drangen in dasselbe ein.Ostrjaniza und 37 seiner Genossen, dieUnmöglichkeitjedesWiderstandeserkennend, ergaben sich und wurden nach Warschau gebracht, wo sie einenmartervollen Tod erlitten, das Kanewsche Kloster wurde geplündert undniedergebrannt! Ganz Kleinrussland erbebte vor Schrecken, die Kasa-ken erwählten ohne Säumen Sawoltowitsch zum Hetman, tödtetenihn aber bald, da sie ihn im Verdacht des Verrathes hatten, und wähltenKarpo Poltora-Koshuch (1639). Dieser bot Alles auf, um daskleinrussische Heer zu vermehren, und es gelang ihm, dasselbe beimFlusse Medo, Zuflüsse des Worsklaflusses, oberhalb Poltawa zusammeln, leider aber hatte er weiter keinen Erfolg: der Fürst JeremiasWischnewezki, ein böser und grausamer Renegat, schlug und zer-sprengte das Heer des Hetmans. Dann wurden Letzterem alle Verbin-dungen mit den kleinrussischen Truppen jenseits des Dnjepr und derDesna abgeschnitten, die Polen strebten ihn und sein Corps zu vernich-ten. Er aber, als er dies merkte, gewann die Grenze von Kleinrusslandund Saparoshien mit den Krymsteppen, schlug die Einfälle der Polenerfolgreich zurück, nahm ihre Anführer gefangen, lieferte sie an die Ta-taren aus, schlug dann, vom Khan zur Abwehr der in das kryrnsche Ge-biet eingefallenen Kalmyken herbeigerufen, diese mehrmals und jagte sieüber die Wolga zurück, starb dann aber, nach dreijährigem Herumziehnin den Steppen, daselbst in dürftiger Lage (1642).
An seiner Statt wählten die Kasaken Maxim Gulak, welcheraber vergebens die Stärke des kleinrussischen Heeres zu vermehren undKleinrussland dem polnischen Joche zu entreissen strebte. Tschar-nezki, ein ebenso grausamer Mensch wie Wischnewezki, schlugund zersprengte das kleine Heer, welches Gulak an den Tjassminfluss(bei Tschigirin und Krylow) geführt hatte, um die Polen zu recogno-sciren, und nahm demselben seinen ganzen Tross mit Geschützen undVorräthen ab.
Nun warf sich Gulak, welcher höchstens noch 7000 einregistrirte