4. Kriege der kleinrussischen und Saporoger Kasaken. 151
Trains, führten die Fahrzeuge über den Dnjepr und verbrannten dieFähren hinter sich. Konjezpolski machte, von Perejaslawl zurück-gegangen, einen Scheinfrieden mit den Kasaken und setzte ihnen Ti-motheus Arandarenka, aus Kanew gebürtig, als Hetinan ein.Dieser,, mit dem Metropoliten Hiob nach Tscherkassi gegangen, be-schloss, zwei Deputationen mit Beschwerden über die durch den ukraini-schen Krieg entstandenen Verheerungen an den König zu senden. Esist unbekannt, ob der König antwortete oder nicht, aber Arandarenka'sStelle nahmen im Jahre 1631 nach einander, zum Theil auch gleichzeitigein: Petrishizki, G-awrilowitsch, der unter SagaidatschnyVicehetman gewesen, Peter Shizki, Perewjaska und Pawl-juga (1631—1637). Diese sieben Jahre verliefen hauptsächlich un-ter inneren Fehden, in kriegerischer Hinsicht ereignete sich Nichtsvon Wichtigkeit, ausgenommen etwa die gewöhnlichen Einfälle derSaporoger zu Lande und zur See in die Krym und Türkei, und dieKriegsereignisse zwischen Polen und Kasaken zu Ende 1637. DieAnstrengungen der Polen brachten zu Wege, dass Pawljuga sein Heerzusammenzog, Konjezpolski aber schickte gegen ihn den Voll-hetman Potozki. Beide Heere stiessen bei Korsuni zusammen, am 16.(26.) Dezember 1637 griff Potozki unvermuthet bei dem Dorfe Ky-meika die Kasaken an. Der Kampf war sehr erbittert und währte bisin die Nacht; die Kasaken schlugen sich mit der Ausdauer der Verzweif-lung , endlich aber wurden sie aufs Haupt geschlagen, verloren fünfKanonen und alle Fahrzeuge; nach den Angaben des IngenieursBeauplan. Theilnehmers an diesem Kampfe, waren von 18 000 Mann6 000 gefallen (von den Polen nur 100 Mann, — doch sind die Angabennach beiden Richtungen höchst unwahrscheinlich), der Rest verwundet,gefangen oder zersprengt; Pawljuga ging mit einer geringen Anzahl beiihm gebliebener Kasaken in der Nacht zu dem Dörfchen Borowitza zurück,wo sich die versprengten Kasaken wieder zu ihm fanden. Potozkischloss ihr Tabor ein und bot ihnen unter günstigen Bedingungen den Frie-den an. Kaum aber hatten die Kasaken ihn angenommen und begonnen,auseinander zu gehn, als die Polen in höchst treuloser und ehrloser Weisesie von allen Seiten überfielen und die Meisten niederhieben, niederschös-sen oder erwürgten, die Andern verwundeten und beraubten; Pawljugaund fünf Starschinen wurden in Ketten gelegt und nach Warschau trans-portirt, wo Ersterem lebendig die Haut abgezogen, den Andern die Köpfeabgeschlagen wurden, welche dann in den Hauptstädten Kleinrussland'sschimpflich zur Schau gestellt wurden! So unmenschlich wurde vonbeiden Seiten, namentlich aber von den Polen, dieser Krieg in der un-glücklichen Ukraine geführt.
Danach erklärte der polnische Reichstag die Kasaken für immer