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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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3. Kriege und Feldzüge. 141

Stützungen für Schein, nur das geschehen, dass aus Moskau Truppenunter Tscherkasski und Posharski ausgesendet wurden. Diesegelangten aber nicht weiter als bis Moshaisk, wo sie Halt machten, weilnoch nicht alle Katnye Ljudi beisammen waren! In Moskau selbst fehltees an Geld, der Zar war in Trauer, da er seinen Vater, den PatriarchenPhilaret, welcher am 1. October 1'633 gestorben war, verloren hatte;die von Wladislaw bestochenen Krymtataren verheerten die russischeUkraine. Am 28. Januar 1631 bat der Zar unter Darlegung aller dieserVerhältnisse vor dem Landtage um eine Geldbewilligung zum Unterhaltder Truppen und zur Fortsetzung des Krieges. Der Landtag bewilligte dasAufbringen und Auszahlen von Geld nach Möglichkeit. Am 1. Februarging von Schein die Nachricht über den Stand der Dinge vor Smolenskein, sowie von dem Gerede der polnischen Obersten von einem Waffenstill-stände und dass sie damit einverstanden seien, dass beide Heere jedes fürsich zurückgingen, dass endlich grosse Gesandtschaften indessen hin undher gingen, um über den Frieden zu unterhandeln. Hierauf Hess der ZarSchein wissen, er sei mit dem Waffenstillstände einverstanden, wenndas polnische Heer nach Polen zurückkehre und der König gestatte, dassdie für Schein bestimmten Verstärkungen zu diesem stiessen, welcheunter seinem Schutze den Tross und den Schatz nach Moskau führensollten. Zu gleicher Zeit erging an Tscher kasski und Posharski inMoshaisk die Weisung, sie sollten, wenn möglich, nach Wjasma, Doro-gobusch und Smolensk gehen. Am 3. März aber erfuhr Tscherkasski,dass Schein schon mit dem Könige Frieden geschlossen habe und nachMoskau entlassen sei. Am nächsten Tage (4. März) wurde aus Moskauein Abgesandter Schein entgegengeschickt, der ihn fragen sollte, aufwelche Begingungen hin er mit dem Könige Frieden gemacht habe, wieviel Kanonen und Vorräthe er ihm überlassen, wie viel Verwundete undKranke er vor Smolensk gelassen habe und wie viel Katnye Ljudi mitihm gegangen seien? Schein sendete die Bedingungen des Vertragesund die Listen seiner Mannschaft: vor Smolensk gefangen geblieben8 Mann, davon 6 donische Kasaken, krank 2004 Mann, vor Smolenskausgerückt 8056 Mann, darunter viele Kranke oder unterwegs Gestor-bene oder in Dorogobusch. Wjasma, Moshaisk Zurückgebliebene; vieleFremde waren verrätherischer Weise zum Könige übergelaufen, genauliess sich die Anzahl nicht feststellen, weil die Obersten keine Listengaben. Als Schein in Moskau ankam, wurde er verurtheilt und hin-gerichtet , als ein Verräther, der den Befehl des Zaren nicht erfüllt habeund an all dem Unglück vor Smolensk schuld sei. Mit ihm zugleichwurde auch sein Gehtilfe Ismailow hingerichtet*). Prosorowski und

*) Ebenso seine Mutter, Frau und sein Sohn, ihre Familien wurden verbannt,des Vermögens beraubt und zum Theil ausgepeitscht. Anm. d. Ueb.