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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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140 I- Kriege von 16131689.

wollte lange nicht erlauben, dass die fremden Anführer Kenntniss vondes Königs Schreiben erhielten; nach langem Streite wurde endlich Frem-den wie Russen das Schreiben vorgelegt, Schein aber Hess es unbeantwor-tet. Um die Mitte Januar 1634 begann er, unter der Form von Unterhand-lungen über den Austausch der Gefangenen, die Geneigtheit zu friedlicherEinigung mit dem Könige zu documentiren, wozu er namentlich durchdie Fremden bewogen zu sein scheint, welche nicht, wie Russen, anKälte und Hunger gewöhnt waren. Die Antwort an Schein lautete,dass das einzige Mittel zur Einigung dies sei, durch den lithauischenHetman und die Senatoren an des Königs Gnade zu appelliren und Allesseinem Willen anheimzustellen. Aber dieser Wille ging dahin, dassSchein alle polnischen Ueberläufer herausgeben und alle Gefangenenfreilassen sollte; den Fremden bewilligte man Heimkehr in ihr Vater-land oder Eintritt in des Königs Dienst, im ersteren Falle aber solltensie schwören, dass sie niemals gegen den König oder gegen Polen dienenwürden; den Russen wurde ebenfalls freigestellt, in den königlichenDienst zu treten, wer es nicht that, sollte einen Eid leisten, dass erinnerhalb 4 Monaten in keiner Weise gegen den König kämpfen werde,ausserdem sollten sie ihre Fahnen, 123 Geschütze und alle Waffen aus-liefern , welche von den Gefallenen übrig geblieben waren; die Ueber-lebenden sollten mit den einem Jeden gehörenden Waffen aus dem Lagerrücken, aber alle Kriegs- und Proviantvorräthe darin zurücklassen. Miteinem Worte also das russische Heer Seh ein's sollte aus seinemLager auf dem Wege nach Moskau abziehen, nur mit den Waffen,welche die Soldaten trugen. alles Andere sollte den Polen überliefertwerden eine harte und schimpfliche Kapitulation! Dennoch mussteSchein darein willigen (1. Februar 1634). Am 19. Februar marschirtendie russischen Truppen mit zusammengewickelten Fahnen, ausgelöschtenLunten, ohne Trommel und Musik aus ihrem Lager ab; bei dem hochzu Ross an der Spitze aller seiner Senatoren und Truppen haltendenWladislaw angelangt, legten alle russischen Fahnenträger die Fahnenvor dem Könige auf die Erde und nahmen sie erst dann wieder auf, wennder Kronshetman im Namen des Königs ihnen die Erlaubniss gab; dannwurden die Fahnen aufgenommen, die Lunten angezündet, die Trommelngerührt, und die russischen Truppen zogen auf der moskauer Strasse ab.indem sie, auf die besondere Erlaubniss des Königs, nur 12 leichte Feld-geschütze mit sich nehmen durften. Schein und'die anderen russischenWojewoden und Unterbefehlshaber stiegen bei ihrer Annäherung an denKönig vom Pferde, verneigten sich tief vor ihm, setzten sich auf seinenBefehl wieder zu Ross und ritten ihren Truppen nach.

Während dies sich vor Smolensk zutrug, war von alle den Verspre-chungen, welche man in Moskau gemacht hatte bezüglich Truppenunter-