Druckschrift 
Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
Entstehung
Seite
138
Einzelbild herunterladen
 

138 I. Kriege von 16131689.

neben welchem die Fürsten Prosorowski und Bjeloselskiin einembefestigten Lager standen. Am 28. August setzte sich der polnischeKronshetman auf dem unteren Wege am rechten Dnjeprufer gegen dieseSchanzen in Bewegung, während gleichzeitig Wladislaw selbst nachdemPokrowskiberge gegen Smolensk vorbrach, von wo die Belagerten einenAusfall machten und sich der Verschanzungen Mattison's bemächtig-ten. Aber der Hetman wurde von Prosorowski und Bjeloselskimit Verlust zurückgewiesen, und die von diesen entsandten Sotniendrängten die Polen wieder aus den Schanzen Mattison's hinaus. Am11. September wurde ein erneuter Angriff auf die Schanzen M a 11 i s o n'sund Prosorowski's gemacht; 2 Tage und 2 Nächte dauerte derKampf, endlich entschieden die Wojewoden und Obersten nach Bera-thung unter einander, dass es ihnen unmöglich sei, sich gegen die Polenauf dem Pokrowskiberge zu halten, und in der Nacht führten sie dasCorps Mattison's von da in ihr Lager, wobei eine nicht unbedeutendeAnzahl Fremder zu den Polen überging. Auf diese Nachricht befahl derZar Schein, besonders den Tross zu sichern; Prosorowski abersollte, wenn er nicht stark genug sei, um sich in seinem Lager gegen diePolen behaupten zu können, sich mit ihm vereinigen und mit ihm dannin einem Lager stehen. In Folge dessen begab sich Prosorowski indas grosse Lager auf der linken Seite des Dnjepr, in seinem Lager einige. Geschütze und in Brand gesetzte Vorräthe zurücklassend, welche indes-sen durch Kegen ausgelöscht wurden. Wladislaw fand, als ersiehin Besitz dieses verlassenen Lagers setzte, dass es Wälle von der Höheder Smolensker Stadtmauern habe, sodass der Sturm gegen dieselbengrossen Verlust gebracht haben würde (folglich war die Aufgabe diesesLagers unnöthig gewesen). Der Zar aber billigte die Stellung der Wo-jewoden in einem Lager und schickte die Fürsten Tscherkasski undDimitri Michailowitsch Posharski mit zahlreichen Truppenaus Moskau, den Stolnik Buturlin aus der Sjäwersker Provinz, undnoch andere Abtheilungen aus Nowgorod, Pskow, Toropez und WelikiLuki ihnen zu Hülfe. Während diese aber auf Smolensk marschirten,hatten die von Wladislaw entsendeten Abtheilungen Schein imRücken gefasst, Dorogobusch angezündet, wo grosse Lebensmittelmaga-zine lagerten, und am 6. Oktober brach Wladislaw selbst vom Po-krowskiberge herab am linken Dnjeprufer auf und bezog ein Lager1 Werst hinter Seh ei n's Lager an der Moskauer Strasse, das Fussvolkund die Batterieen stellte er auf dem Skawroner Berge diesem Lager ge-genüber auf. Am 9. Oktober führte Schein sein Heer aus dem Lagergegen die Polen, deren Cavallerie einen Theil der russischen Infanteriezurückwarf, von einem anderen Theile derselben jedoch ihrerseits zurück-geworfen wurde; die hereinbrechende Dunkelheit beendigte den Kampf.