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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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3. Kriege und Feldzüge. 137

tober sich Serpjeisk an den Häuptling Fürsten Gagarin, und am 18.Dorogobusch sich an den Häuptling Suchotin und den Obersten Lesliergab. Schein wurde befohlen, von Dorogobusch auf Sinolensk zumarschiren, allen Wojewoden aber, Häuptlingen und Dworjanen, bis zurBeendigung des Krieges ohne Rangstreitigkeiten zu bleiben.21 Städte von Polozk bis Baturin: Bjelaja, Roslawl, Newel, Sebesh,Krassny, Potscbep , Trubtschewsk, Nowgorod-Sjäwerski, Starodub,Owsei, Druja, Surash, Baturin, Romen, Iwan-Gorodischtsche. Msna,Mirgorodok, Borsna, Propoisk, Jassenitschi und Nossenitschi ergabensich den russischen Truppen. Die Polozkische Vorstadt wurde genom-men und eingeäschert, auch die Vorstädte von Welish, Uswjatoi, Ose-rischtsche, Lusha, Mstislawl und Kritschew erobert. Kurz das ganzeLand zwischen Dnjepr und Wjasma wurde von Polen und Lithauern gesäu-bert. Schein aber und Ismailow umschlossen und belagerten Smo-lensk, indem sie um dasselbe herum fremde und russische Truppen in eini-gen gesonderten verschanzten Lagern, Verschanzungen und Forts vertheil-ten, welche durch Feldabtheilungen und Wachtposten untereinander inVerbindung standen. Die Belagerungsarbeiten sowie die Beschiessung derStadt aus Belagerungsbatterieen leiteten die fremden Obersten Lesli,Damme, Karl-Jakob, Karl-Hubert, Kitti und Mattison.Die Trancheen wurden aus den Lagern von Lesli in südöstlicher,von Karl-Jakob in östlicher Richtung auf der linken Seite des Dnjeprgeführt. Die Geschütze legten die Mauern nieder, Minen wurden ge-sprengt und rissen Theile der Mauer fort; aber der polnische Kriegs-Commandant von Smolensk, Stanislaus Wojewodski, setzte dieVertheidigung sehr standhaft volle 8 Monate fort; endlich sah er sichjedoch durch die äusserste Noth (Hunger) schon gezwungen, sich zu er-geben, als 1Ü33 plötzlich König Wladislaw selber mit einem Hülfs-corps erschien.

Nachdem dieser zum König gewählt worden, war sein erstes Ge-schäft gewesen, Smolensk zu Hülfe zu ziehen. Es waren 23 000 MannTruppen zusammengezogen, den kleinrussischen Kasaken wurde erlaubt,in das russische Gebiet einzudringen und es zu verheeren; dazu wurdenauch die Krymtataren aufgefordert; die Einen wie die Andern begannendie russische Ukraine so zu verwüsten, dass auf die Kunde davon vieleder Kriegsleute (Ratnye Ljudi) Schein's, die aus dieser Ukraine ge-bürtig waren, vor Smolensk desertirten und dorthin eilten, wodurchSchein erheblich geschwächt wurde. Wladislaw selbst rückte miteinem Heere zu Anfang August (neuen Styles) ins Feld nach Smolensk,wo er am 25. August (alten Styles) anlangte, 7 Werst davon am FlusseBorowa Halt machte und nun beschloss, vor Allem von dem Pokrowski-berge, nördlich von Smolensk, den Oberst Mattison zu vertreiben,