136 I- Kriege von 1613—1689.
(Dienstthuei - ; im moskowiter Staate zusammen beliefen sich um das Jahr1631 auf 66 900 Manu. Im Juni d. J. wurden die Fürsten Tscher kasskiund Lykow. welche vor Allen bemüht gewesen waren, bei ihren Heerenfremde Söldnertruppen mit deren Obersten und Offizieren zu formiren,nach Dorogobusch und Smolensk geschickt. Aber zur selben Zeit, alsSigismund starb und in Polen innere Zwiste ausgebrochen waren,welche sogleich zur Eröffnung der Kriegsoperationen benutzt werdenmussten, begann Lykow Rangstreitigkeiten mit Tscher kasskiund wollte nicht bloss Geh Ulfe (Towarischtsch) bei diesem sein. DreiMonate vergingen in Erörterungen zwischen Beiden, erst im August wur-den in ihrer Stelle die Bojarinen Michael Borissowitsch Schein,der berühmte Vertheidiger von Smolensk (1609—161 1), und mit ihm derOkolnik (Gross würden träger) Ismailow ernannt. Mit ihnen zog zuEnde September 1632 ein Heer von 32 082 Mann und 158 Geschützenaus Moskau aus; die andern Wojewoden brachen aus Rschew-Wolodi-mirow, Kaluga, Sjäwska und anderen Städten auf. Den Wojewodenwurde der Befehl gegeben, dem Moskowiter Staate alle die an Polen undLithauen abgetretenen Städte zurück zu erobern. vor Allem leichte Corpsauszuschicken, um Dorogobusch zu überrumpeln, und wenn das nichtgelingen sollte, dann gegen diese Stadt mit allen Kräften zu rücken undund zu operiren, aber nicht lange davor liegen zu bleiben, sie durchUnterhandlungen zur Uebergabe zu bewegen, wenn sie nicht so schoncapituliren wolle, und dann kleinere Wojewoden mit einem Theil derStreitmacht davor stehen zu lassen, während Schein und Ismailowmit der Hauptmacht nach Smolensk gehen und diese Stadt in gleicherWeise zur Uebergabe veranlassen, alle Einwohner des Dorogobuscherund Smolensker Gebietes dem moskowiter Reiche einverleiben, den Trup-pen aber streng anbefehlen sollten, nicht allein nicht zu plündern,sondern auch von den Bewohnern keine Geschenke anzu-nehmen. Da den Soldaten hoher Sold zugesagt war, den fremdenSöldnern ausserdem monatlich Kostgeld, und da fernerhin ohne einengrossen Krieg mit Lithauen sich auseinander zu setzen keine Hoffnungwar, so wurde nach Berathung mit dem Landtage beschlossen, von jedemHandelsmann 5 Dengen, von den Bojaren, Grosswürdenträgern, Beam-ten (Stolniks und Strjaptschiks) , Dworianen (Adligen), Djaken undallen Prikas- (Collegien-) Mitgliedern so viel Geld zu nehmen, als Jedergeben wollte. Diese Gelder wurden nach Moskau an den Fürsten Di-mitri- Michailowitsch Posharski gesendet. Ausserdem wurden(nach Hakenpflügen vertheilt) Getreide- undBrodvorräthe, Zwieback, ge-dörrtes Hafermehl, Malz, Butter, Schinken u. s. w., und zur Zufuhr vorSmolensk — Fuhren zusammen gebracht.
Die Eröffnung des Krieges war eine glückliche, indem am 12. Ok-