128 I. Kriege von 1613—1689.
kasski verwundet hätten, Schanzen anlegten, jenseits der Mosha Ge-schütze aufgestellt hätten und daraus feuerten, die russischen Forts sehrbedrängten und den Truppen grosse Verluste beibrächten (nach polni-schen Berichten an 1000 Mann). Nun befahl der Zar dem WojewodenVolhynski, in Moshaisk zu bleiben, Lykow und Tscherkasskisollten mit allen übrigen Truppen nach Moskau gehen, Posharski ausBorowsk nach Moshaisk rücken und die in Borissowa stehenden Truppenund Vorräthe an sich ziehen; wenn aber Lykow und Tscherkasskiabzögen, sollte Posharski nach Borowsk zurückkehren. Demzufolgezogen in den ersten Tagen des August Lykow und Tscherkasskiwährend einer dunkeln stürmischen Nacht still aus den MoshaiskerVerschaiizungen ab, kamen am 6. in Borowsk an und brachen von hiernach Moskau auf. Die Polen besetzten sofort das von den Russen ver-lassene und niedergebrannte Borissowa. "Hier erschien Leo Sapieha,welcher nach Warschau gereist war, um Geld zu holen, und statt dessennur das Versprechen mit sich brachte, dass es nachgeschickt werdensolle. Nun empörten sich die hungernden polnischen Truppen und be-gannen haufenweise das Lager zu verlassen. Die Commissare konntensie nur mit Mühe zur Ruhe bringen, indem sie versprachen, den Sold am28. October auszuzahlen; 4 Chorugwi entfernten sich jedoch, die all-nächtlich Desertirenden nicht mitgerechnet, — bei Wladislaw bliebennur 1000 Mann reguläre Truppen und einige Sotnien Lissowtschiks.
Unter diesen Umständen schlug Chodkjewicz wiederum vor, sichzwischen Kaluga und Borowski aufzustellen, aber die Commissarewilligten wieder nicht ein: da sie wünschten, den Krieg binnen einemJahre zu beenden, wovon kaum noch 5 Monate übrig waren, so be-schlossen sie, direkt auf Moskau zu marschiren.
Auf diese Nachricht berief am 9. September der Zar einen Congressvon Geistlichen und Laien und erklärte ihnen seinen festen Entschluss,sich standhaft in Moskau bei der Belagerung durch Wladislaw.und dessen Heer zu behaupten. Die Versammlung antwortete, dasssie Alle dazu bereit seien, mit dem Zaren auszuhärten, und nun wurdenDispositionen getroffen, wie und von wem die verschiedenen Theile vonMoskau vertheidigt werden sollten, und an die Städte gingen Boten abmit Schreiben um Hülfe durch Leute und Geld.
Während dessen rückte gegen Moskau nicht allein Wladislawmit wenig zahlreichen und aufrührerischen Heeren vor, sondern auchder kleinrussische Hetman Konaschewitsch-Sagaidatschny mit20 000 seiner Kasaken, in der Absicht, Wladislaw gegen Michaelbeizustehen! Auf dem Wege von der Ukraine her verwüstete er Putiwl,Livna. Jelez undLjebedjan, dagegen vermochte er nicht, Michailow ein-zunehmen. Der Zar, als er dies erfuhr, erliess an P o s h ar s ki den Befehl,