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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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3. Kriege und Feldziige. 127

zu marschiren, in ein weniger verheertes Land, wo man am leichtesten dieTruppen an sich ziehen könne, welche von Sholkjäwski gesendetdurchdie Ukraine zu Hülfe kämen; Posharski aber in Kaluga zu bedrängenund zu bewegen, dass er auf Wladislaw's Seite trete, wozu, nachChodkjewicz'Meinung, er geneigt sei (!). Die Commissare dagegenstellten vor, dass der Marsch auf Kaluga den moskauer Wojewoden dieMöglichkeit gebe, sich Wjasma's zu bemächtigen und die Polen vonSmolensk abzuschneiden, und forderten, dass das Heer direkt auf Mos-kau marschire, wodurch man möglicherweise die Einwohner veranlassenwerde, sich Wladislaw zu ergeben, wie es zur Zeit Shuiski's ge-schehen war. Diese Meinung siegte, jedoch musste, ehe man nachMoskau ging, nothwendiger Weise Moshaisk genommen werden, um nichtLykow im Kücken hinter sich zu behalten. Da aber Moshaisk mitSturm zu nehmen in Folge des Mangels an Belagerungsgeschütz wenigHoffnung war, so wurde beschlossen, auf Borissowa Gorodischtsche zumarschiren und dies mit Gewalt zu nehmen oder Lykow zu veranlassen,dass er aus Moshaisk rücke und sich im offenen Felde schlage, wo diePolen einen entschiedenen Erfolg zu erkämpfen hofften. Aber zwei Angriffeauf Borissowa wurden abgeschlagen, und Ende Juni ging dem Fürsten Di-mitri Tscherkasski der Befehl zu, aus Wolok-Lamski nachRusazu ge-hen, mit Lykow in Verbindung zu treten und, je nachdem die Nachrichtenvon ihm lauteten, auf Moshaisk zu gehen, während Posharski aus Kaluga.und Kurmasch-Mursa-Urussow mit den jurtowerTataren und denastrachaner Strelitzen aus Moskau nach Borowsk rücken und von hierLykow zu Hülfe kommen sollten. Am 29. Juni brachen Wladislawund Chodkjewicz nach Moshaisk auf, sie wurden aber abgeschlagenund gingen auf Borissowa zurück. Nun verliefen noch zwanzig Tagein Unthätigkeit, am 20. Juli zogen aber von Borissowa zahlreiche polni-sche und lithauische Truppen nach Moshaisk, und Lykow meldete, dassnach einem Gerüchte Wladislaw und Chodkiewicz Moshaiskbelagern und die moskauer Strasse sperren wollten. In Folge dessengab, nach Berathung mit den Bojaren, der Zar an Lykow undTscherkasski den Befehl, sich in Moshaisk festzusetzen und gegendie Polen je nach den Umständen zu operiren; wenn Wladislaw undChodkjewicz wirklich Moshaisk belagern wollten, so sollten Lykowund Tscherkasski den Wojewoden Volhynski mit einem zurAushaltung der Belagerung genügenden Heere in dieser Stadt zurück-lassen , und selbst mit allen übrigen Truppen nach Moskau gehen, sichmit Posharski in Verbindung setzen und von ihm Unterstützungerhalten.

Am 29. Juli erfuhr Lykow aus Moshaisk, dass die Polen undLithauer täglich die Festungswerke dieser Stadt beschössen, Tscher-