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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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126 I. Kriege von 16131689.

Dimitri und Wassilji Tscherkasski mit 5000 Mann einge-nommen.

Ende des December 1617 theilte der polnische Rath den Commissa-ren mit, dass es das Beste sei, durch Friedensunterhandlungen den Kriegzu beenden. Demgemässwurde der königlicheSecretär Griditsch nachMoskau geschickt mit dem Vorschlage zu einem Zusammentritt von Be-vollmächtigten und zu einem Aufgeben der Feindseligkeiten vom 20. Ja-nuar bis zum 20. April 1618, während welcher Zeit die Kriegsgefangenenausgetauscht werden sollten. Die moskauischen Bojaren aber erwiderten,dass die Unterhandlungen nicht ohne Beglaubigungsschreiben des Königs,der Rj ätsch Pospolita und ohne Schutzbriefe für die russischen Bevoll-mächtigten eröffnet werden könnten; dass in ein Aufhören der Feind-seligkeiten nicht gewilligt werden könne, bevor die Polen die russischenGrenzen verlassen hätten, und ebenso eine Auswechselung der Gefange-nen nicht erfolgen werde, bevor die Polen Philaret und den FürstenG a 1 i t z i n freigegeben haben würden, endlich dass, wenn W1 a d i s 1 a weinen Schutzbrief senden wolle, die Bojaren einen Gesandten schickenwürden, welcher über den Ort der Unterhandlungen und die Anzahl derBevollmächtigten Verabredung treffen könne.

Während dessen war Wladislaw die ersten drei Monate desJahres 1618 in Wjasma unthätig verblieben, ohne vorwärts oder zurück zugehen, nur die lithauischen Corps fuhren fort, die moskauischen Provinzenzu verwüsten; im Frühjahre musste man also die Bewegung W1 a d i s -law's auf Moskau gewärtigen. Unter solchen Umständen beschloss manhier auch, Friedensanträge zu machen, und schickte den Dworjanin Kon-dyref mit einem Djaken nach Wjasma, um mit den Commissaren überden Ort der Zusammenkunft und die Zahl der Bevollmächtigten aufGrund der oben angeführten Bedingungen zu verhandeln. Die Commis-sare aber antworteten, dass ihr Heer die russischen Grenzen vor Been-digung der Unterhandlungen nicht verlassen werde, welche erst am16. Juni beginnen könnten, dass aber zwei Wochen vorher besondereCommissare sich über den Ort der Versammlung und die Anzahl der Be-vollmächtigten verständigen sollten. Auf diese schimpflichen und arg-listigen Bedingungen der polnischen Commissare Hessen die Bojaren sichnicht ein, darüber ging atfch der Frühling vorüber und in Wjasma trafaus Warschau die Nachricht ein, dass der Reichstag beschlossen habe,eine kleine Geldauflage zur Fortsetzung des Krieges zu erheben, abermit der Bedingung, dass dieser unbedingt binnen Jahresfrist beendetsein müsse.

Endlich, zu Anfang Juni, brach Wladislaw mit dem Heere ausWjasma auf und machte in Jurkajewo zwischen Moshaisk und KalugaHalt. Hier schlug in dem Kriegsrathe Chodkjewiez vor. auf Kaluga