Druckschrift 
Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
Entstehung
Seite
123
Einzelbild herunterladen
 

3. Kriege und Feldziige. 123

von wo er erst im August nach Mohilew am Dnjepr abging; von hierbegab er sich nach Smolensk und vereinigte sich erst Ende Septembermit Chodkjewicz, welcher Dorogobusch belagerte.

Während dessen hatte russischer Seits schon nach dem Abbruch derUnterhandlungen vor Smolensk der Zar am 1. Juli 1616 den WojewodenTinbajew urad Licharew befohlen, mit circa 1 500 Mann TruppeninLithauen einzurücken, in die Umgegend von Surasch, Welish, Witebskund anderer Städte; und ebenso den Dmitrijew und Skuratow miteiner ungefähr 5 000 Mann starken Abtheilung nach Starodub gesendet.Im December hatten diese Letzteren vor Bolchow ein Gefecht mit denLithauern, in welchem Dmitrijew fiel; an seine Stelle trat der FürstIwan Chowanski, welchem die Aufgabe oblag, die russischen Mann-schaften in den lithauischen Heeren zum Abfall von Polen und Lithauenund zur Unterwerfung unter den Zaren von Kussland zu bewegen.

Die lithauischen Truppen, welche eine Zeitlang in Karatschewer undKromskerOrten gekämpft hatten, zogen nach Kursk, dann nach Oskol, wel-ches sie durch plötzlichen Ueberfallnahtnenundniederbrannten, nackBje-logrod, und zogen sich dann über die Grenze zurück. Die russischen Woje-woden folgten ihnen, legten aber nirgends ihnen Hindernisse in den Wegund Hessen sich in keinen Kampf mit ihnen ein. Auf der andern Seite theil-ten die Wojewoden Michael Buturlin und Pogoshi, welche vorSmolensk standen, am 22. Octobermit, dass Gonssjäwski mit pol-nischen und lithauischen Truppen die smolensker Verschanzungen zuumgehen und auf der moskauer Strasse in Twerdilize, zwischen Doro-gobusch und Smolensk, Stellung zu nehmen beabsichtige. In Folgedessen befahl der Zar dem Fürsten Nikita Barjatinski, aus Kschewnach Dorogobusch zu gehen und von da den Wojewoden vor SmolenskzuHülfe zukommen, ihnen Proviant zu senden und gegen die lithauischenTruppen zu operiren. Im November traf Barjatinski in Dorogobuschein, Gonssj äwski aber stand in Twerdilize und hielt alle Wege nachund von Smolensk besetzt. Buturlin meldete, dass er sowohl vonSmolensk als von Twerdilize her gedrängt werde, an Lebensmittelnund Fourage sehr Mangel leide. Im Januar 1617 gab der Zar denFürsten Ssuleschow und Prosorowski Befehl, mit 6000 Mann ausMoskau aufzubrechen und zu Barjatinski zu stossen. Im März schlugen dievon Ssuleschow entsendeten Häuptlinge Bojaschew und Taraka-now den lithauischen Obersten Wischli aufs Haupt, nahmen ihn nebstvielen Andern gefangen und erbeuteten Fahnen, Trompeten und Pauken.Im Mai berichtete Ssuleschow, dass Gonssjäwski nach Ver-einigung mit dem Oberst Tschaplinski die Wojewoden Buturlinund Pogoshi aus den 'smolensker Verschanzungen verdrängt hätte,dass diese sich nach Bjeloi zurückzögen, und dass Tschaplinski