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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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118 I. Kriege von 161316S9.

gegen sie heran und schloss sie so ein, dass eine Hungersnoth beiihnen ausbrach. Der Zar befahl ihnen, nach Torshka zurück zu gehen,wobei sie grosse Verluste an Menschen und Pferden erlitten.

Im Herbst 1614 erschien König Gustav Adolph persönlich aufrussischem Gebiete, nahm die Stadt Gdow nach zweimaligem Sturme undkehrte dann nach Schweden zurück mit der Absicht, Pskow im folgen-den Jahre zu belagern, wenn bis dahin die Russen nicht in einen fürSchweden günstigen Frieden gewilligt hätten. Er wünschte diesen Frie-den , da er keinerlei Nutzen für Schweden darin sah, neue Eroberungenin Russland zu machen oder auch nur die früheren, worunter auch Now-gorod, zu befestigen. Deshalb suchte er die Moskauer Regierung theilsdurch schriftliche und mündliche Unterhandlungen, theils durch Waffen-gewalt zum Frieden zu bewegen.

Im Jahre 1615 brach er persönlich mit einem Heere aus Finnlandnach Ingermannland auf (das heutige Gouvernement Petersburg), nahmAngdam mit Sturm, bemächtigte sich der ganzen Provinz und rückte am30. Juni von Norden gegen Pskow vor. Er hatte 16000Mann bei sich*),darunter auch russische Tscherkessen (Circassier, kleinrussische Kasa-ken). In Pskow lagen die Wojewoden Wassilji Morosow undFeodor Buturlin. Gustav Adolph stellte sich auf dem rechtenUferhang des Flusses Welika auf dem Snjatnaberge auf, 4 Kilometerunterhalb Pskow, wo das Snjatogorskische Kloster lag**), und führte vonda einen Sturm gegen Pskow aus. Die Wojewoden zogen aus der Stadtihm entgegen und der erste heisseKampf war den Schweden ungünstig;ihr Feldmarschall Ewert Hörn wurde von einer Kugel getödtet, dieWojewoden mussten aber dennoch sich in die Stadt zurückziehen undwurden nun auf der Nordseite eingeschlossen, von der Sapsköwjeseite ***),»wobei«, wie die »Nachrichten« (Powjästi) sich ausdrückten, »die SchwedenAlles mit Feuer und Schwert verheerten«. Am 15. August in der erstenNachtstunde gingen die Schweden auf dem rechten Welika-Ufer bis andie Stadtthore bei den untern Gittern am Pskowa Flusse, sprengten dieseThore mittelst Petarden, drangen in die Stadt, übrigens nur in geringerZahl, und waren schon bis zu der Swonitza-Strasse nach Sapskowje vor-gedrungen, wurden aber bald wieder durch die Pskowiten aus der Stadtverdrängt. Am Morgen des 15. August begannen sie an derselben Stelleauf dem rechten Welikaufer Trancheen zu bauen, Schanzkörbe undFlechtwerk anzufertigen und kleine Schanzen, etwas weiter ab ausser-

*) In den «Nachrichten über des Schwedenkünigs Erscheinen vor Pskow«15 000 Mann »Deutsche«.

'" Jetzt haben die Pskowschen Prälaten dort ihren Sommeraufenthalt.**] Siehe den Plan der Belagerung von Pskow durch Bathori im Jahre 1581.III. Bd. Allgem. Kriegsgesch. des Mittelalters.