3. Kriege und Feldzüge. 117
andern bis Lichwin, wo aber in Folge der schweren Erkrankung Po-sharki's die Verfolgung aufhörte. Lissowski, der mit ungewöhn-licher Schnelligkeit verfuhr, warf sich auf Rshew, Kaschin, Uglitsch.wurde abgewehrt und schlug sich nun zwischen den Städten nach Alexinund von da nach Lithauen durch, unterwegs Alles mit Feuer und Schwertverwüstend und die Einwohner plündernd. Die ihm nachgeschicktenrussischen Wojewoden vermochten ihn nirgends zu erreichen, nur derFürst Kurakin traf auf alexinschem Gebiete mit ihm zusammen, konnteihm aber nicht viel Schaden thun und ihn nicht von Lithauen abhalten(1616). Von hier beabsichtigte Lissowski einen neuen Einfall in dieinneren russischen Provinzen, sein plötzlicher Tod aber befreite Russ-land von ihm.
So war bis zum Jahre 1617 Russland endlich von den Mord-undRäuberbanden gesäubert, welche aus der Zeit der Unruhen übrig geblie-ben waren und furchtbar gehaust hatten.
§. 16.Krieg mit Schweden (1614—1617).
Während dessen war die russische Regierung genöthigt, im Nordendie Schweden abzuwehren, welche unter der persönlichen Leitung ihresberühmten Königs Gustav Adolph standen.
Dieser hatte, nachdem die Wahl des Michael Feodorowitsch zumZaren erfolgt war, dieHoffnung aufgegeben, den russischen Thron für sei-nen Bruder Carl Philipp zu erlangen, und wollte nun wenigstens dierussische Provinz Nowgorod mit Schweden vereinigen, unter dem Vor-wande einer Entschädigung für Kriegsverluste Schweden's in der un-ruhigen Zeit Russland's. Schon im März 1613 belagerten die SchwedenTichwin und besiegten den ihr zur Hülfe geschickten Sumbulow. Nunwurde Pleschtschejew mit einem andern Corps der Stadt zu Hülfeentsandt, aber noch bevor er herankam, schlugen die Tichwiner mit denWojewoden Fürst Prosorowski und Woronzow- Weljaminow dieSchweden zurück und nahmen ihnen einige Geschütze weg. Im September1613 beschloss man in Moskau, angriffsweise gegen Nowgorod vorzuge-hen , das in der Gewalt der Schweden war, und sandte ein Heer unterBefehl des Fürsten Demetrius Timothejewitsch Trubetzkoi(des bekannten Führers vor Moskau und in Moskau in den Jahren 1611bis 1612), der Fürsten Mesetzki und Wassilji Buturlin. Sie stan-den vor Bronnizam, 30 Werst von Nowgorod entfernt. hatten aber dazueinen ungünstigen Punkt gewählt und in ihrem Lager herrschte ausser-dem Unordnung und Zuchtlosigkeit. De la Gar die zog aus Nowgorod