116 I. Kriege von 1613—1689.
G o n s s j ä w s k i die Russen zur Aufhebung der Belagerung von Smolenskund zum Rückzuge.
Die Ursache zu dem Misserfolge der russischen Truppen vor Smo-lensk lag in ihrer geringen Stärke, — die russische Regierung hatte ihreHauptkräfte gegen Sarutzki verwenden müssen. Der Letztere warzur Zeit des Zuges des Fürsten Posharski, von 1611 — 1G12, ausNishni-Nowgorod nach Russland, mit Marina Mnischek zum Dongezogen, in der Hoffnung, in den Don- und Wolgakasaken eifrige Be-schützer für sie zu finden. Die russische Regierung schickte schleunigstreiche Geschenke zu den donischen Kasaken, um sie im Gehorsam zuerhalten, und entsendete zugleich den Fürsten Iwan Odajewski ausMoskau und die Wojewoden aus verschiedenen Städten zur VerfolgungSarutzki's. Bei Woronesh geschlagen, entfloh dieser zur nahen Wolga,bemächtigte sich Astrachans, rief Marina zur russischen Kaiserin ausund bat den persischen Schah um Hülfe. Aber von den Strelitzen ausAstrachan ans Meer gedrängt, wandte er sich von da zum Flusse Jaik,wo er im Juni 1614 ergriffen und mit der Zarin Marina und derenSohne nach Moskau geschickt wurde; hier ward er hingerichtet, Marinain den Kerker geworfen, wo sie starb, ihr Sohn erhängt.
Dies beruhigte die Don-, Wolga- und Jaikkasaken und schnitt neueVersuche von Betrug ab; aber das ganze nordöstliche Land war nochdas Opfer der donischen, kleinrussischen und Saporoger Kasaken, derbojarischen Leibeigenen und verschiedenen meuterischen und räuberi-schen Gesindels. Städte und Dörfer besetzend und die schutzlosen Be-wohner grausam plündernd und mordend, vereinigten sich diese zu Endedes Jahres 1614 zu einem grossen Haufen unter dem Ataman Balownjaund verheerten schliesslich das ganze Land von der Wologda undWjatkabiszumTwer undvonBjelosersk bis Nishni-Nowgorod undUglitsch. Ver-gebens suchte der Zar durch Milde, die Geistlichkeit durch Ermahnungensie zur Ruhe zu bringen; sie verharrten in der Meuterei und Freveln, unddeshalb wurde ein zarisches Heer unter Befehl des Bojarinen und Woje-woden, Fürsten Lykow gegen sie entsendet. Dieser mit einigen an-deren Wojewoden verfolgte sie von Wologda bis Moskau, schlug sie beidem Flusse Lusha im kleinjaroslawer Gebiete aufs Haupt und schickte3 256 Gefangene in die Sklaverei; Balownja wurde aufgehängt, einigeAtamans eingekerkert.
Während dessen hatte in dem Lande westlich und südwestlich vonMoskau eine andere Bande von Leuten verschiedener Nationalitäten, vor-zugsweise jedoch Polen unter den Befehlen von Lissowski, ihr Unwe-sen getrieben. Gegen diese Banden wurden der Fürst Dem etriusMichailowitsch Posharski und der Wojewode Islenjew mitTruppen geschickt. Sie verfolgten Lissowski von einer Stadt zur