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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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98 I- Kriege von 16131689.

seite, und 10) in Nowaja (Neu-) Ssjätsch. 7 Kilometer von Staraja (Alt-)Ssjätsch, bei dem Flusse Podpolna. Jede Ssjätsch bestand aus einerKirche und einer Anzahl rund um diese gelegener Hütten oder Lehmhäu-ser , welche durch einen mit Geschützen besetzten Erdwall geschütztwar. Ein grosses und mehrere kleine solcher Häuser bildeten eineKurenj, deren es 38 gab, welche nach dem Namen oder dem Vater-lande der ersten Erbauer, oder nach dem des Ober-Ataman der Ssjätschgenannt wurden. Jede Kurenj wählte ihren »Kurenj-Ataman«, die Ober-aufsicht aber in der Ssjätsch und die oberste Führung im Feldzuge standdem »Stanowoi« oder »Koschewoi« -Ataman (Lager- oder Schirrmeister)zu, welcher von sämmtlichen Saporogern gewählt wurde; bei seiner Ab-wesenheit blieben die »nakasnye atamany« (Vicehetmans) in der Ssjätschzurück. Die Koschewoi- und die Kurenj-Atamans hatten nur inFeldzügenmilitärische Macht. Ausser den Atamans waren bei den Saporogern.wie bei dem kleinrussischen Heere die Starschinen (Stabsoffiziere.Aelteste), »woiskowye« (Heeres-): Richter, Schreiber, und Jessaul,Unterschreiber, Unterjessaul. Die Artillerie .befehligte der »Puschkar«(Kanonier). Zu den angesehensten Personen im Heere gehörte der »Dou-bysch« oder Paukenschläger (Heerpauker) , welcher durch Schläge aufdie Pauke das Signal zum »Antreten« oder zur Rathssitzung gab. DieWahl der Atamans und der Starschinen erfolgte am Neujahrstage(1. September) im woiskowoi krug vor der Kirche unter besonderen Cere-monieen, welche strenge nach altem Brauch gehandhabt wurden.

Anfänglich existirten in Saporoshie keine geschriebenen Gesetzeund schriftliche Verhandlungen: Rechtspflege und Geschäftsführungfand mündlich und öffentlich statt. Diebstahl, Nichtzahlung der Steuern.Ehebruch und Mord unter sich galten als Hauptverbrechen und wurdenentweder durch Körperstrafen (Peitschenhiebe) oder mit dem Tode be-straft (Erhängen, Ertränken, lebendig Begraben u. s. w.)-. Der neuesteHistoriker der Ssjätscheu, Skalkowski, hat in ihren alten ArchivenSchriften gefunden, welche sich auf Verwaltung, Gerichtswesen und Kriegbeziehen und bis zum Jahre 1660 reichen.

Die Haupt- und Lieblingszüge der Saporoger erfolgten zu Wasseran den Dnjeprmündungen und besonders zur See auf dem schwarzenMeere gegen die Krymtataren und Türken, zum Zwecke der Plünderung.Gewöhnlich belief sich die Zahl der solche Züge unternehmenden Sapo-roger nicht über 610000 Mann. Beauplan theilt viele interessanteEinzelheiten bezüglich dieser Seezüge mit Wurde geplant, »auf demMeere zu spazieren«, so holten sie dazu die Erlaubniss des Koschewoi-Ataman ein, begaben sich auf die »rada« (Versammlung der Kasaken,Sammelplatz) und rüsteten daselbst die »Tschaiki« (wörtlich »Möven«)grosse Kähne, 60 Fuss lang, 1012 Fuss breit, 12 Fuss tief, ohne Kiel,