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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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96 I- Kriege von 16131689.

Tode, als in Kleinrussland eine neue Verfolgung der Union*) undein erneuter furchtbarer Krieg zwischen Kasaken und Polen ausbrach,wiederholten die Saporoger ihre Raubzüge am schwarzen Meere. ImJ. 1628 überfielen sie, mit den kleinrussischen Kasaken zusammen , ineiner Stärke von 30 000 Mann nebst vielen Geschützen unter Führungdes Marsch-(pochodny-)Ataman Taras Trjassylo an den Ufern derhistorischen Flüsse Trubesh und Alta bei Nacht ganz unvermuthet daspolnische Heer des Hetman Konjezpolski und schlugen es aufs Haupt, eine Schlacht, welche sie die Tarassower Nachtschlachtnannten. Im J. 1629, als Polen mit den Schweden in Krieg verwickeltwar, fuhren die Saporoger wieder ins schwarze Meer, drangen sogar biszur Strasse von Konstantinopel vor und brachten der türkischen Flottegrosse Verluste bei. Zu Ende der Kegierung Sigismund's IH undunterdessen Sohne Wladislaw IV verschärfte die polnische Regie-rung noch ihre grausamen Maassregeln gegen die Dnjeprkasaken, umnicht nur sie zur Ruhe zu bringen, sondern sie ganz zu vernichten. Des-halb nahmen die »Kasakenkriege« um diese Zeit einen furchtbaren Ver-tilgungscharakter an. Endlich, im J. 1647, sammelte BogdanC h m j e 1 n i z k i, der nach Nikitin Rog (dem heutigen Nikopol, Gouver-nement Jekaterinoslaw, am rechten Ufer des untern Dnjepij gekommenwar, wo sich damals die Saporoger Ssjätsch befand, 3000 verzweifelteWagehälse um sich, welche ihm treu zu dienen schworen. Ihre Zahlwuchs bald bedeutend an, und schon am 5. April 1648 erfochten sie, mitden kleinrussischen Kasaken zusammen, bei dem Flüsschen SheltyjaWody (Gelbwasser), im heutigen Chersoner Gouvernement, einen ent-scheidenden Sieg über das polnische Heer unter dem KronshetmanNicolai Potozki. Nach einem weiteren, mit dem Krym-Khan ge-meinsam am 15. und 16. August 1649 über das polnische Heer unterpersönlicher Führung des Polenkönigs Johann Kasimir bei Sborowerkämpften Siege Chmjelnizki's, welcher die nahe gelegene StadtSbarasch belagerte, gab in dem Sborower Vertrage der Letztere demkleinrussischen Volke und Heere ihre alten Rechte zurück, erlaubte, dassein Heer von 40 000 Mann gehalten werden dürfe, überliess ihnen Tschi-girin, und schenkte ihnen noch viele günstige Vorrechte. 5 Jahre später,am 8. Januar 1654, leistete die ganze Saporoger Ssjätsch nebstC h mj e 1 n i z k i und dem kleinrussischen Volke und Heere dem ZarenAlex ei Michailo witsch den Eid der Treue, und von diesem Zeit-punkte an ist die Geschichte derselben mit der Geschichte Kleinrusslandseng verbunden*).

*) Vereinigung der Bekenntnisse und Kirchen der griechischen und römischenKatholiken. Anm. d. Ueb.

**^ Die Einzelheiten der Kassiken- und Saporogerkriege bis zur Vereinigung