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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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2. Polen und Lithauen, Kasaken, Tataren, Türken. 95

sammen einen Cordon an den Grenzen zwischen Grossrussland und derTürkei. Die Untergehülfen versahen den inneren Dienst zu Fuss undzu Pferde und befanden sich bei den Compagnie- und Regimentsquartie-ren, um zu verschiedenen Sendungen gebraucht zu werden. Die Haupt-und die Regimentsartillerie wurde mit »Armaschen« oder Kanonieren undFahrern aus den Kasaken versorgt.

Aus freiwilligen Ochotschen-Leuten wurden auch auf Sold unter-halten: ochotschekomonnye oder Kompagnie-Regimenter,welche grüne Kasakenuniform trugen und beritten waren. Es gab derenursprünglich 5, später 3, jedes 5 Sotnien stark.

Ausser den berittenen Kasakenregimentern waren auch solche zuFuss vorhanden, bekannt unter der Benennung Serdjuken. In klein-russischen Chroniken werden sie zuerst im J. 1674 erwähnt. NachBantysch-Kamenski's Meinung waren sie durch Doroschenkogestiftet und nicht aus Kasaken allein, sondern auch aus anderen freienLeuten gebildet, und erhielten Sold.

Es gab noch drei besondere Arten dienstthuender Kasaken;Bobrowniki, Strjelzy, und Ptaschniki, welche auf Verlangender Hetmans durch die Polkowniks und Sotniks gestellt wurden. DieBobrowniki fingen für die Hetmans Biber, die Strjelzy schössen Thiere,die Ptaschniki Vögel, wofür sie vom Kriegsdienst befreit waren. Es gabderen in Kleinrussland mehrere Tausend Höfe.

Zur Bewachung der Hetmansfahne, welche »nadwornaja chorugwj«(Hofbanner) hiess, bestand eine besondere kleine berittene Wache, welcheeine Geldbesoldung aus dem Kriegsschatze empfing.

Hieraus geht hervor, dass das kleinrussische Kasakencorps im J7.Jahrhundert eine regelmässigere und bessere Organisation besass, alsdas donische jener Zeit. Die kriegerischen Sitten und Gebräuche beiderwaren im "Wesentlichen dieselben.

Die Dnjepr-Saporoger Kasaken hatten, bis zu der Zwisckenhetman-schaft in Kleinrussland, nach dem Tode des Konasche witsch Ssa-gaidatschny im J. 1622 (s. 3. Bd. Allg. Kriegsgesch. d. Mittelalters)sowohl mit den kleinrussischen Kasaken in den polnischen Kriegen gegenSchweden, Russen, und in der Moldau theilgenommen, als auch alleinAngriffe zu Lande und besonders zur See gegen die Krymtataren unddie Türken ausgeführt. Unter Anderem hatten sie im J. 1620 in Gemein-schaft mit den polnischen Truppen unter Führung von S h o 1 kj ä w s k idurch die Türken eine schwere Niederlage bei Zezora am Pruth erlitten:1621 aber schlugen sie tapfer einen Angriff der Türken auf ihr, der Sa-poroger, verschanztes Lager bei Chotin zurück. Nach Ssagaidatschny's