2. Polen und Lithauen, Kasaken, Tataren, Türken. 93
inKurenien Kasakendörfern), welche aus mehreren Niederlassungenbestanden, und nannten sie sich danach die Okolitschner oderKurennjer Schljachta; die Alten unter ihnen, welche schon ausge-dient hatten, Wessen Towarischtschen (Gefährten), die Jungen aberKasaken. Okolitzen wie Kurenien*) wurden durch gewählteAta maus und Towarischtschen verwaltet, welche in wenigerwichtigen Dingen das Hausgericht übten, bei wichtigen Sachen aberwurde über die Kasaken durch B e z i r k s - oder s t ä d t i s c h e G e richteRecht gesprochen. In dienstlicher Beziehung standen die Kasaken unterden Bezirksfähnrichen (Chorunshi), welche die Musterungenabhielten, Listen über die Waffen führten und die Bezirksfahnen bei sichaufbewahrten, auf welchen die Wappen — auf der einen Seite das desBezirks, auf der anderen das des Volkes—sich befanden. Wenn derFeldzug begann, so gaben die Chorunshi den Kurenien davon Nachricht,indem sie die Anzahl der Kasaken und den Versammlungsort bestimmten,welcher gewöhnlich in Bjely Meshi war, zwischen Borsna. Konotop undNjeshin, oder in Krylow jenseits des Dnjepr. Aus den sich sammelndenTowarischtschen und Kasaken wurden Sotnien und Polki (Compagnieenund Regimenter) gebildet, unter den Befehlen von durch freiwillige Ab-stimmung gewählten Sotniks und Polkowniks (Hauptleuten und Ober-sten), welche, wie auch die gemeinen Kasaken, bis zur Beendigung desFeldzugs in ihrem Tschin (Rang) verblieben, nachher aber in ihre frühereStellung zurücktraten, nur mit einigen bürgerlichen oder öffentlichenVorrechten. Von den Umformungen, welche besonders in der kriegeri-schen Organisation der kleinrussischen Kasaken durch den FürstenEustaphius Roshinski in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts,und später durch den Fürsten Michael Wischnewezki und denpolnischen König Stephan Bathori vorgenommen wurden, ist schonim 3. Theile der Allgemeinen Kriegsgeschichte des Mittelalters die Redegewesen. Hier bleibt noch zu erwähnen, was in der Zeit von 1622 bis1689 geschah.
Unter Bogdan Chmjelnizki gab es im Ganzen 34 Kasakenpolks(Regimenter), und zwar im J. 1654 im heutigen Gouvernement Kiew:1) das Kiewer, 2) das Bjelozerkowsker, 3) das Pawolotscher, 4) dasKanjewskische, 5) das Tscherkasskische, 6) das Tschigiriner. 7) dasKorsunsche, 8) das Umansche, ■— im heutigen Gouvernement Tscher-nigow: 9) das Tschernigowsche und 10) das Njeschinsker, — im Gou-vernement Poltawa: 11) das Poltawaer, 12) das Mirgorodsker, 13) das
*) Die Kureni (Wohnorte, lagen innerhalb der Ssjätsch (Verback, Abschnitt)einem von Verschanzungen (Erdwällen) umgebenen Räume; Kosch war der Haupt-ort, die Residenz in der Ssjätsch; die Polanken lagen ausserhalb der Ssjätsch.
Anm. d. Ueb.