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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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86 I. Kriege von 16131669.

überdrüssig, sich in eigenmächtiger Weise in die russische Ukraine zuentfernen begannen.

Im Jahre 1675 beschloss auf den Kath des Ataman Rodion Ka-lushenin in Moskau der Zar Alexei Michailowitsch, um dieAsowzer zu bedrängen, zwei Festungen an den beiden Mündungen einesDon - Zuflusses (Kasatschi Jerk) und eine dritte am Kalantsckinski-schen Nebenflusse zu erbauen, jede derselben mit einer starken Garnisonzu belegen, welche einen schönen Sold, 10 Rubel, und 6 TschetwertKorn Jeder jährlich erhielt, ausserdem aber den freien Leuten zu erlau-ben, dass sie zum Don gehn und bei den Kasaken eintreten könnten, umdadurch die in Folge der unaufhörlichen Kriege im Kasakenheere entstan-denen Lücken wieder auszufüllen. Aber der Bau dieser Festungenstiess bei den Kasaken auf heftigen Widerstand, welche erklärten, siewürden nicht in den Städten sitzen, denn zu deren Besatzung seien13000 Mann erforderlich, sie seien nur 3000 Mann stark.« Der Zarwar mit diesem Verhalten der Kasaken sehr unzufrieden und drohte ihnenden Sold zu entziehen, nichtsdestoweniger aber Hess er 1676 (vor seinemTode) ihnen Verzeihung ihrer Schuld angedeihen, für ihren erfolgreichenZug in die Kryrn.

Im Jahre 1678 brachen die donischen Kasaken gleichzeitig miteiner Abtheilung zur See und einem Heere (Ratj) zu Fuss und zu Pferdeauf: die Erstere verheerte die türkische Stadt Temrjuk und zog vor dieMauern von Asow, die Letztere, 2000 Mann stark unter dem Befehle desAtaman Samarenin und des Oberst Frol Minajew, nahm Theilan dem tschigirinskischen Feldzuge des Fürsten Romodanowski(s.u.). Danach zogen sie, 3000 Mann stark, unter dem früherenAtaman Jakowlew in die Ukraine vor die Stadt Zarew-Borissow be-hufs Abwehr des Krym-Khanes und betheiligten sich mit Romoda-nowski an der Bekämpfung der Tataren, welche gegen Smiew undSsokolow herangerückt waren. Als bald nachher Friedensverhandlun-gen mit dem Khan angeknüpft wurden, erhielten die Kasaken den Befehl,nachKlein-Russland zu gehen, und zudem Heere des Fürsten Galitzinzu treten. Es waren bereits 10 000 Rubel Gehalt gesandt worden, fin-den Ataman 7 Rubel, für den Jessaul (Kasakenhauptmann) je 6 Rubel,für den Gemeinen je 5 Rubel gerechnet, und ein Theil der Kasaken warbereits nach Klein-Russland abgegangen, da entstand diesem Zuge eineVerhinderung durch eine Gefahr, welche von Asow her drohte, wo dieKalmüken, Nogaien und Tscherkessen sich sammelten. Nach Ab-schluss des Friedens mit der Türkei und der Krym hatten die Kasakendurch die Einfälle der Asowzer und durch Futtermangel schwer zuleiden. Trotz der strengsten Befehle konnten sie es nicht lassen, mitAsowzern und Krymzern im Kampfe zu liegen, und fortwährend kam es