2. Polen und Lithauen, Kasaken, Tataren, Türken. 83
ken mit den astrachanschen Strelitzen des Fürsten Posharski*) denkrymsehen Zarewitsch mit 10 000 Tataren von einer tscherkaskischenStadt ab, holten ihn ein und besiegten ihn am Flusse Kagalnika undnahmen ihm viele Beute ab, wofürderZar ihnen eine belobigende Urkundeund eine Fahne sendete.
Inzwischen hatte die Zahl der Kasaken in Folge der unaufhörlichenKriege abgenommen. Posharski wurde mit den Strelitzen nachAstrachan abberufen, und die freiwilligen Leute (Ochotschije Ljudi). vondem schweren Dienst am Don wenig erbaut, begannen eigenmächtig vondort in die Städte der russischen Urkraine zurückzukehren. Dessen unge-achtet gelang es 1647 den Kasaken, die Asowzer, Krymzer, Nogaien undTscherkessen zurückzuschlagen, welche Tscherkask zu Lande und auf demDon belagerten. Auf ihre Bitten schickte der Zar ihnen 1000 Kriegs--leute (Ratny Ljudi), mit welchen sie gegen die Krymtataren ziehen soll-ten, ohne jedoch das türkische Gebiet zu verletzen.
In demselben Jahre 1647 schloss der kleinrussische Hetman B o g -dan Chmjelnizki, welcher sich zu einem verzweifelten Kampfegegen die Polen rüstete, ein Bündniss mit dem Khan der Krym und bat,auf dessen Anliegen, die donischen Kasaken. nicht zur See gegen Tata-ren und Türken zu kämpfen. Die Kasaken antworteten aber, dass siemit den Feinden der Christen nicht in Frieden leben könnten, und trafenAnstalten zur Vertheidigung gegen Tataren und Türken sowohl als gegendie Saporoger. Die Tataren und Türken fielen immer häufiger über dieKasaken her, und auf die Klagen dieser Letzteren schickte Zar AI ex eiMichailowitsch im Jahre 1660 ihnen den Wojewoden Chitrowomit Kriegsleuten (Ratny) zu Hülfe, damit die Kasaken mit diesen zusam-men bei Anfang des Frühlings 1661 zur Zerstörung der Krymfestungenaufbrechen sollten. Nachdem die beiden ersten Angriffe auf die Ka-lantschinskischen Thürme mit grossem Verluste für die Kasaken abge-schlagen waren, erbaten sich diese vom Zaren neue Hülfe, verwüstetenindessen vom Meere aus die Krymdörfer (Ulussy) und schleppten grosseBeate fort, wofür sie vom Zaren im Jahre 1662 einen Belobungs-Erlassbekamen.
Inzwischen waren schon längst grosse Banden donischer Kasaken.trotz des Verbotes der Hauptheeresverwaltung, eigenmächtig aus denoberen Städten an die Wolga und das kaspische Meer auf Raub und Plün-derung (»Erwerb«) gegangen. Im Jahre 1660 und den folgenden Jahrenhatte der Zar öfters die Kasaken veranlasst, dieseRäubereien zu unterlassen.über welche sich der Schah von Persien ebenso beschwerte, wie der
*) Nicht der berühmte Fürst Dimitry Michailowitsch, welcher 1642 starb,sondern ein andrer.