1. Das rassische Reich im 17. Jahrh. (1613—1689). 61
dem Flusse Ik, linkem Zufluss der Kama, bei der Ansiedelung Kosin,dem heutigen Troizkoi nahe der Stadt Menselinsk im Ufimskischen (Ufa)Gouvernement, ging über Sa'insk, Biljarsk und Bjely-Jar zur "Wolga,hiess auf dieser Strecke Sakamskaja und war ausschliesslich zurDeckung unserer Grenze nach der Steppenseite der Wolga gegen dieEinfälle der Baschkiren, Kalmüken, Karakalpaken und Kirgisen be-stimmt. Von dem rechten Ufer der Wolga bei Simbirsk setzte sie sichauf Pensa, Tambow, Usman, Korotojak, Ostrogoschsk, Waluika, Neu-Bjelgorod, Tschugujew, Constantinograd fort und endete auf dem linkenDnjeprufer an der Mündung des Orelflusses (heute an der Grenze derGouvernements Poltawa und Jekaterinoslaw). Die Sakamskajalinic zogsich grösstenteils durch Wälder, auf den Zwischenräumen zwischendenselben waren Erdwälle mit inneren und äusseren Gräben, aufgewor-fen , an einigen Stellen mit Erdschanzen von unregelmässiger ovalerForm. Ueberreste derselben sind noch heute vorhanden, wenn auch ganzverfallen *). Innerhalb der Schanzen befanden sich hölzerne Mauern mitSchiessscharten und mit hölzernen aus Blockhäusern gebauten Thürmen,aber von alledem ist keine Spur mehr. Auf Stellen, wo Felder f mitDurchgängen von aussen her lagen, waren auch Wälle mit Gräben ge-zogen. Der Wall der ganzen Sakamskajalinie bestand aus unregelmässigenBiegungen mit Aussprüngen nach Osten, in Entfernungen von '/ 2 —1 Werst,in der Form von Redans (Flechen) oder Halbredouten, die inwendig mitErde gefüllt waren (wahrscheinlich um Wachtposten darauf zu postiren).Da, wo der Wall in den Wald eintrat, waren in der Verlängerung desWalles noch Durchhaue und Höhlungen bemerkbar, erstere wahrscheinlichHindernissmittel (Verhacke), letztere Aufenthaltsräume oder Erdhütten fürdie Wachen. Aus den noch vorhandenen Ueberresten dieser Linie kannman schliessen, dass ihr Grundgedanke war: 1) Schutz der offenen Stellendurch Wälle und Gräben, Schanzen und Holzthürme (Forts) mit geeigne-ten Räumen zur Aufnahme von Wachen, 2) Schutz der Wälder durchVerhaue, 3) Aufstellung von Grenzwachtposten.
Aehnlich ist vermuthlich auch der Theil der Linie beschaffen ge-wesen, welcher von der Wolga zum Dnjepr lief, nur mit dem Unter-schiede , dass derselbe mehr und mehr in ebenes, offenes und wenig be-waldetes Gelände gelangte und dem entsprechend grösstenteils ausWall mit Graben und aus Forts auf gewissen Entfernungen bestand,und nur vereinzelte Verhaue an waldigen Stellen enthielt.
An der Südwestseite liess Michael Feodorowitsch; als diePolen sich der Ortschaften an der Oka bis Bjelew bemächtigt hatten, imJ. 1630 einen Grenzverhau gegen die polnische Grenze hin anlegen, der
*) Sie sind in Grundriss und Profil in den Werken Iwan in's enthalten.