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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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1. Das russische Reich im 17. Jahrh. (16131689). 59

s

zu Ende des 17. Jahrhunderts in den Niederlanden grosse Fortschrittegemacht hatte.

Die Feldbefestigungen waren, nach Zweck und Bestimmung,entweder temporäre, für die Feldkriege und Feldzüge, oder perma-nente zur Vertheidigung der Grenzen.

Die Ersteren hatten die Sicherung der Corps und ihrer Regimenter,welche im offenen Felde standen, gegen feindliche Angriffe zum Zweckeund bestanden nicht in den eigentlichen Feldbefestigungen allein, son-dern hauptsächlich in Wagenburgen, durch welche auf Märschen und imRuhen im offenen Felde sich zu sichern im 17. Jahrhundert gebräuchlichgeworden war. Dieser Gebrauch war bekanntlich in West-Europa zuerstdurch dieHussiten im 15. Jahrhundert eingeführt worden und verbreitetesich in der 2. Hälfte dieses Jahrhunderts'weiter, kam dann nach Ostenzu den Polen, Kasaken. Tataren und Türken, und fand im 17. Jahrhun-dert auch im russischen Heere Eingang. Märsche und Lager suchte manhier meistentheils, namentlich gegen dieKrym-Tataren, durch die Fahr-zeuge zu schützen, welche das Heer auf allen Seiten in Gestalt einesRechtecks von doppelt so grosser Tiefe als Front umgaben. Innerhalbdes Wagenvierecks ging oder stand zunächst neben den Fahrzeugen dieArtillerie, weiter in der Mitte das Fussvolk, die Cavallerie, welcheauch die Wachen, Posten und Patrouillen gab ausserhalb auf allen Seiten.So marschirte z. B. das Heer des Wassilij Wassilj ewitschGalitzin bei dessen 1. und 2. Feldzuge gegen dieKrym-Tataren, 1687und 1689, und lagerte in dieser Weise jedes Regiment gesondert, dasgrosse in der Mitte, die übrigen zur Seite und vorn, die Avantgarde (beimRückmarsch Arrieregarde unter General G o r d o n) noch weiter vor, wo-bei letztere ausserhalb des Wagenvierecks auf allen 1 Seiten ihre ge-sammte eigne Cavallerie hatte, die ihrerseits Abtheilungen vorschob,welche Wachen stellten (diese wie jene mit Geschütz); die Wachen ga-ben Doppelposten und bewegliche Patrouillen. Bei dem Rückzuge aber,1689, marschirte und lagerte auch die Cavallerie innerhalb des Wagen-vierecks. Trotzdem aber schritt man bisweilen, wenn Terrain und Um-stände darnach waren , zur Verstärkung der Feldmarschlager durch ört-liche Hindernisse und Feldbefestigungen von Erde oder Holz. Die ausErde waren Wälle, zu denen man die Erde aus davor gelegten Grä-ben nahm, bisweilen auch, der grösseren Eile halber, aus dahinternach innen gelegnen, mit dichtem Zaun , oder in Ermangelung dessel-ben oder bei Kürze der Zeit, einfachem Flechtwerk am äusserenGrabenrande oder vor dem Wall. Die Holzbefestigungen, welche vielHolz, Zeit und Arbeit erforderten, wurden, wenn diese Bedingungen vor-handen waren, aus hölzernen Häusern (Blockhäusern) nach Art dergewöhnlichen russischen Bauernhütten hergestellt, aber ohne Fenster,