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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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1. Das russische Reich im 17. Jahrh. (16131689). 49

in dem Feldzuge 20, 17 und 13 Rubel in 3 Klassen, und nach dem Feld-zuge noch 5 Eubel als Belohnung. Die Mannschaften der städtischen Re-gimenter, gleichfalls in 3 Klassen, 25, 20 und 15 Rubel; die Reiter nach derCampagne 12 Rubel Belohnung; die Dragoner 3 Rubel für Kleidung undtägliches Futter; die Bojarenkinder 8 halbe Kopeken (Denga), die Uebri-gen 7 ; die Don- und Wolga-, die Jaik- und Terek-Kasaken erhieltennicht selten für die Dauer des Feldzugs Sold in Geld, bisweilen auchGetreidevorräthe, Tuch zur Bekleikung, Salpeter, Blei u. s. vv. Bei demFussvolke bekamen die Strelitzen Sold in Geld für Getreide (Brod)und Kleidung, und im Fall eines Krieges Vorspannfuhren oder Reisegeld.Die Geldbesoldung für sie war nach Städten verschieden, in Pskow z. B.die Fünfziger 4 Rubel und 7 Tschetwert*) Roggen, die Zehner 3 Rubel50 Kopeken und eben so viel Hafer; in Gdowo die Hunderter (Sotniki)10 Rubel, die Fünfziger 2 Rubel 50 Kopeken und 7 Tschetwert Roggen,die Zehner 2 Rubel 25 Kopeken und 15 y 8 Tschetwert Roggen, die Ge-meinen 2 Rubel und 6 Tschetwert Roggen und ebensoviel Hafer, undvon 11323 an wurde ihnen pro Kopf 1 Rubel zugelegt; in andern Städtenbekamen die Gemeinen 4 oder 5 Rubel und 12 Tschetwert Roggen, nachder neuen Festsetzung von 1618 die moskauer Strelitzen 6 Rubel jährlichjeder. Die fremden und russischen Soldaten erhielten dasselbe Gehaltwie die Dragoner monatlich. Die freiwillig Eingetretenen endlich beka-men bisweilen die ausbedungene, nicht ein für allemal festgestellte Be-soldung. Die Artilleristen und alle zum Geschütz- und Festungswesengehörenden Leute erhielten vom Staate Brodverpflegung im Verhältnisszu den oben angegebenen Sätzen.

Alle übrigen Truppen russischer Formation und vom Kriegslehns-dienste bekamen keinen Sold, sondern erhielten sich selbst von ihrenLehns- und Erbgütern. Folglich unterhielt die Regierung nur einenkleinen Theil des Heeres durch Löhnungszahlung, die grosse Mehrzahldurch die Abgaben von den vertheilten Lehns- und Erbgütern. Be-hufs der Geld- und Getreidelöhnung im Kriegsfalle sammelte sie imganzen Reiche (nach dem Zeugniss Kotoschichin's unter AlexeiMichailowitsch) zuerst 20 Dengi ('/ 2 Kopeken), dann 10, und Rog-gen, Mehl, Grütze, Zwieback, gedörrtes Hafermehl u.s.w., aber in Mos-kau wurden vom Hofe des Zaren an die Truppen auf zwei Wagen Fleisch,Salz, bisweilen sogar Wein gesendet. Bei Zeiten zusammengebrachte undin Magazinen aufgehäufte Lebensniittelvorräthe gab es nicht, daher warzu Anfang des Krieges Alles im Ueberfluss vorhanden, dann aber tratMangel ein, Noth und endlich Hunger, Krankheiten, Sterblichkeit, De-sertion, Unordnungen, Plünderung und kriegerische Misserfolge.

*) 1 Tschetwert = 3</ 4 Scheffel. Anm. d. Ueb.

Galitzin, Allgem. Kriegsgeschichte. I. Supplem. 4