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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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1. Das russische Reich im 17. Jahrh. (16131689). 43

Sobald der Oberwojewode beim Heere eintraf, musste er eine ein-gehende Revision der Listen vornehmen und an den Herrscher berichten,wer und wann zum Dienst erschienen war oder nicht, wie es »mit Pferden,Leuten und Waffen« stand, und ebensolche Revision wurde auch mitden Listen der Artillerie und deren Vorräthen vorgenommen.

Der Zahlmeister (Generalintendant, nach unsern Begriffen), ausden Bojaren ernannt, erhielt die Listen aller Mannschaften (RatnyeLjudi),welche für den Feldzug in Verwendung kamen, und von den Steuer-registern der Städte die Nachweisungen der Steuersätze für die Auszah-lung des Soldes, nach welchen der Diensteifer belohnt, die Trägheitbestraft wurde. Die dies Alles enthaltenden Bücher schickte er nachStädten geordnet an das Adelscolleg zur weiteren Mittheilung an dieWojewoden, zum Zwecke j)ersönlicher weiterer Recherchen. Die Aus-zahlung des Gehaltes vollzog er entweder selbst in Moskau, wenn ihmdas durch die Instruktion des Landesherrn aufgegeben war, oder imHeerlager durch die Djaken der Regimentsführer vor den Steuerbeamtenund gegen Bürgschaft, dass der Empfänger ohne Urlaub oder Desertionbis zur Entlassung bleiben werde.

Bisweilen gab es noch einen besondern Zahlmeister (Intendanten)für das Leib-(Garde-) Regiment des Herrschers, wenn dieser sichan dem Feldzuge betheiligte. Ihm wurden zu diesem Behufe die aus-führlichen Listen aus dem Adelscolleg zugeschickt, nach welchen erdann bestimmte, wer ohne, wer mit Gehalt (nach Klassen) zu marschirenhabe, und den Letzteren zahlte er dies in Moskau vor dem Ausmarschins Feld aus, wonach er die Listen der Einen wie der Andern ans Adels-colleg zurücksandte.

Der Befehlshaber der Artillerie musste aus dem Artillerie-Comite (oder Coli eg) auf Grund der Verzeichnisse empfangen: Geschütze,Pulver, Blei, alle Arten von Werkzeugen , und nach den Listen die Ka-noniere und alle Bedienungsmannschaften, ebenso aus den verschiedenenCollegien auf Grund der Verzeichnisse die Feuer- und blanken Waffen,Feldzeichen, Trommeln und jede Art von Kriegsarbeitsgeräth und Ma-terialien , sowie das zu deren Transport erforderliche Fuhrwerk; wennAlles beim Heere zusammen war, hatte er dem Oberwojewoden Meldungzu erstatten, und dann über Empfang und Ausgabe aller aufgeführtenGegenstände Rechnung zu führen.

Der Zahlmeister für die sämmtlichen Mannschaftendeutscher Formation musste nebst seinem Gehülfen (Djaken) denSold für die genannten Leute in Empfang nehmen, berechnen und aus-zahlen und Rechnung darüber fuhren, mit derselben Ausführlichkeit undOrdnung, wie auch die übrigen Zahlmeister. Ausserdem übte er dieRechtspflege über alle Mauuschafteu deutscher Formation, und zwar durch