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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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38 I. Kriege von 16131689.

ecks marschirte das Fussvolk, auf den Flanken durch die Fahrzeugegedeckt (an 20 000 Fahrzeuge), und in einer Eeihe mit den Fahrzeugenan der äussern Seite die Artillerie, in den Flanken durch die Reiterei ge-deckt, von welcher ein Theil nach vorn und nach den Seiten zur Beob-achtung des Feindes entsendet war. In dieser Ordnung zog das Heer biszumFlusse KonskjaWody, wo es am 12. Juni eintraf, also 300 Werst in 7Wochen zurücklegend (im Durchschnitt 6 Werst in einem Tagemarsch).Hier aber hemmte ein Steppenbrand (von den Tataren angelegt, welchesich nirgends sehen Hessen) das weitere Vorgehen durch die brennendeSteppe, und das Heer war gezwungen, ohne irgend welchen Erfolg zumMcrlo-Flusse zurückzukehren, den es Mitte August erreichte.

Im 2. Feldzuge 1G89 rückte das aus 113 000 Mann (3366 Soldaten mos-kauischer Regimenter, 4 500 Mann Regimentsdienstes, 9 270 Strelitzen,30000 Reiter und Pikeniere, 50 000 Soldaten und an 16 000 Kasakenund Kalmüken) bestehende und in 1 grossen Heerhaufen und 4 Corpseingetheilte Heer um die Mitte März von dem Worsklaflusse zumKonskjaWody-Flusse in derselben Marschordnung wie 1687 ab. In der StadtNovobogorodsk am Samara-Flusse wurden allen Mannschaften, welcheauf Regierungskosten dienten. Brodvorräthe auf 2 Monate gegeben. Am13.Mai im Tschernoi-Thal angekommen, erblickte das Heer zum ersten Maledie Tataren, welche am 16. Mai den Rücken desselben angriffen. Dierussische Reiterei und dahinter auch das Fussvolk schützten sich hinterdem Wagentross, der Angriff der Tataren wurde jedoch durch Artillerie-feuer abgewiesen. Darnach griffen die Tataren die linke Flanke desHeeres an, als sie aber auch dort durch die Artillerie abgescblagen wa-ren, unternahmen sie keinen Angriff mehr. Am folgenden Tage postir-ten die Wojewoden, von der Ohnmacht der russischen Reiterei ge-genüber der tatarischen überzeugt, die Reiterei in die Mitte derWagenburg unter dem Schutze der Infanterie! In dieserOrdnung erreichte das Heer am 20. Mai Perekop, ohne von den Tatarenwieder angegriffen zu werden; am folgenden Tage aber trat es den Rück-zug an, wie Fürst Galitzin erklärte, »wegen Mangel an Futter undan Wasser«, in Wahrheit aber, weil er sich nicht getraute, das unbedeu-tende Perekop in seine Gewalt zu bringen. Hieraus geht hervor: 1) dassin dem Heere sich bereits mehr als die Hälfte an Truppen deutscher For-mation befanden ; 2) dass die Marschbewegung in Form eines Rechteckserfolgte, gedeckt durch die Fahrzeuge und die Artillerie, innerhalb wel-cher das Fussvolk marschirte, nach aussen die Cavallerie bei dem zweitenFeldzuge 1689 aber die letztere schon mit dem Fussvolk zusammen; 3) dass1689 die Angriffe der Tataren nicht durch die Reiterei und nicht durchdas Fussvolk, sondern allein durch die Artillerie abgewiesen wurden.