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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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32 I. Kriege von 16131689.

mit dem Schmieden und Giessen von Gewehren und Geschützen, obgleichman zu Anfang des 17. Jahrhunderts in der Geschiitzgiesserei zu MoskauMetallgcschütze zu giessen und in Ustjushin (heutiges GouvernementNowgorod) eiserne Läufe zu schmieden verstand. Gusseisen wurde vor1G37 nicht fabricirt, wo der Holländer Andreas Vinius zuerst diegorodischtschensker Eisengiesserei 12 Werst (Kilometer) von Tula ein-richtete. Ende des 17. Jahrhunderts richtete ein Ausländer Boutenanteine eben solche Schmelzerei zu Olonezk ein, woraus sich später Petro-sawodsk entwickelte.

Auch die Anfertigung der Handfeuerwaffen entwickelte sich lang-sam und ohne rechte Dauer. Private Waffenschmiede zu Tula , Kaschirund Ustjushin führten diese Arbeit aus in einer für das Heer ganz unge-nügenden Zahl. Noch im J. 1684 erhielten die Tulaer Waffenschmiededen Befehl, jährlich nur 2000 Büchsen zu liefern. 1648 wurde die ersteStaats-Waffenfabrik gegründet, für Gewehrläufe, am Flusse Jausa,übrigens nicht lange bestehend. Ausserdem gab es in Moskau unterAlexei Michailowitsch eine Reichs-Waffenkammer und Büchsen-,Schaft- und Schlossmeister, welche aus Städten und Klostern genommenund für ihre Arbeit mit täglicher Verpflegung versorgt wurden. UnterMichael Feodorowitsch und besonders unter Alexei Michai-lowitsch gab es auch viele russische Meister für Geschütz-Metallgussund Eisenarbeit. Dennoch zwang die Unzulänglichkeit der eigenenProduction in allen diesen Gegenständen zu Ankäufen in Westeuropa.

Staatliche Pulverfabriken gab es bis zu Pete r I nicht; die not-wendigen Mengen Pulver wurden von privaten Fabrikbesitzern beschafft,die in Moskau oder nahe dabei, auch in anderen Orten ihre Fabrikenhatten und daselbst jährlich zwischen 3000 und 8000 Pud Pulver produ-cirten. Beim Bau ihrer Fabriken mussten sie mit der Artillerie-Commissioneinen Vertrag schliessen über jährliche Ablieferung eines bestimmtenQuantums Pulver und dessen Preis, sie Hessen deshalb auch diePul ver-Vertrags männer.

Auch die russischen blanken Waffen wurden von privaten Waffen-schmieden zu Tula, Kaschir und Ustjushin und in so beschränkter Zahlgeliefert, dass die Regierung genöthigt war, auch diesem Mangel durchAnkauf von ausserhalb abzuhelfen.

Sonach sah es also mit der eigenen Hervorbringung aller Theile desHeeresmaterials, Feuer- und blanker Waffen, Pulver u. s. w. schwachaus, Russland musste aus dem Abendlande beziehen, und selbst dies warwegen der dürftigen Handelsstrassen und der geringen Entwicklung deseigenen Handels sehr beschwerlich.