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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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1. Das russische Keich im 17. Jahrh. (161316S9). 29

viel Eifer darauf verwendet, und immer kamen neu vom Auslande ge-kaufte Geschütze und Geräthe dazu. Aber neue Kriege mit Polen, dieWegnahme von 146 oder 158 unserer Geschütze unter Schein,16321633, bei der Belagerung von Smolensk durch Wladislaus IV,und neue Verheerungen konnten nur nachtheilig auf unsre Artillerie zurZeit Alexei Michailowitsch's und später einwirken, sodass im 17.Jahrhundert überhaupt keine Hebung derselben mehr eintrat.

In Bezug auf die im 17. Jahrhundert hervortretenden Resultate derGeschützgiesserei in Russland ist anzuführen, dass bei der Bezeichnungder Geschützcaliber oder hinsichtlich deren Abhängigkeit von derConstruction eine vollkommene Regellosigkeit und Willkür, in derTechnik Unordnung, in den theoretischen Anschauungen und Vorstellun-gen wie in dem ganzen Gange dieser Branche stete Unsicherheitherrschte. In der Benennung der Kaliber war die grösste Verschieden-heit; so z. B. gab es von kupfernen Geschützen: Regiments-, halbe-,schnellschiessende-, Signal-, lange-, kurze-, Vierziger-, Doppel-,7zöllige-, lOzöllige-, nach deutschem Modell-, Batterie-, Tjufjak-(Matratzen-Geschütze), kleine Kanonen, eiserne Geschütze mit gleichenBenennungen, Bogenwurf-, Kartätsch- (Hagel-), Strelitzen-, Batterie-und kurz schiessende Geschütze mit Schloss, 2zöllige Tjufjaks u. s. w.Die Kaliber waren von y 2 pfündigen bis zu 26pfündigen, meist 4-, 6-,. 8-,lOpfündige u. s. w. Indessen kommen auch schon schwache Anfängeeiner Classification der Geschütze und ihrer Kaliber, auch ihrer verschie-denen Wirkung nach vor, so z.B.: Kugel-, Ricochett-, Kartätsch-Schuss-Geschütze, Versuche der Anwendung von Schnellfeuer, und eineFeststellung von 4 Haupt-Geschützarten: Kanonen mit flachem Schuss,im Bogen werfende Mörser, Kartätsch-Geschütze und Orgeln oderKugelspritzen.

Es ist noch zu erwähnen, dass trotz der ausserordentlichen, oftdrolligen äusseren Verschiedenheit der kupfernen und gusseisernen Ge-schütze , sie doch gemeinsame Mängel besassen: Schwere und Unbehol-fenheit , welche ihnen bis zum Ende des 17. Jahrhunderts und darüberhinaus verblieben.

Aus Gusseisen wurden ursprünglich nur die Geschosse gefertigt,später erst auch Geschütze, viel später jedoch als Geschütze aus Kupfergegossen wurden. Geschütze dieser Art, welche die Zeitangabe ihresGusses tragen, kommen erst seit der Regierung von Alexei Micbai-lowitsch vor.

Alle angegebenen Geschütze hatten folgende Geschosse: 1) Voll-kugeln von Stein, Eisen, Gusseisen, Blei, glühende (Brand-)Kugeln, undHagel (Kartätschen); 2) Spreng-(Hohl-)Geschosse; 3 ; Brandge-