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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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28 I. Kriege votf 16131689.

Partisanen, welche besonders der Thätigkeit der Feuerwaffen ange-passt waren.

Als Zubehör gehörte zu den Handfeuerwaffen:" Berendeiki,hölzerne, mit Leder überzogene Patronenhülsen, mittelst Kiemen an demunteren Ende des Degengehenks über der Schulter getragen (die Zahlder Hülsen belief sicli bis auf 12) , Pulvcrhorn oder Pulverflasche,ein kleines Lunten-Täschchen, Patrontasche, Kugeln undandre Kleinigkeiten, Feuerzeug zum Anzünden der Lunte, Halfter(Futteral) für die Karabiner oder Pistolen u. s. w.

Die Gewchrläufe wurden im 17. Jahrhundert bei uns noch immer voneigenen russischen Meistern aus Eisen geschmiedet, welche die grossenEisenmassen nicht ohne Kunst mit der Hand bearbeiteten, im Einzelnensogar oft erfinderisch sinnreich. Die Anfertigung dieser Art von Geweh-ren vervollkommnete sich sehr, wahrscheinlich in Folge des zunehmen-den Wettkampfes mit dem Verfahren des Gcschützgiessens, und hatteum die Mitte des 17. Jahrhunderts die höchste Stufe erreicht, sowohlhinsichtlich des Gewichtes (bis zu 2(3 und sogar 60 Pud*)) , wie in Be-zug auf Kegehnässigkeit, Schönheit und Construction sogar von gezoge-nen Läufen, die von hinten geladen wurden. Aber mit der fortschreiten-den Entwicklung und Vervollkommung des Geschützgusses aus Kupfer(Metall) und Gusseisen, besonders seitdem in Kussland selbst Minendieser Metalle in Betrieb kamen, musste natürlich die Erzeugung vonschmiedeeisernen Läufen in Verfall gerathen und versehwand zu Endedes 17. Jahrhunderts ganz und gar, verdrängt durch die Kupfer- undGusseisen-Giesserei. Diese letztere begann schon zur Zeit Johann's III,zuerst durch die Bemühungen des Aristoteles Fioravanti undandrer ausländischer, dann durch eigene russische Geschützgiesser im16. und besonders 17. Jahrhundert. Die Unordnungen und Drangsaleder unruhigen Zeiten um die Mitte des 17. Jahrhunderts konnten jedochnicht anders als ungünstig auf die Entwicklung des Geschützwesens inKusslaud wirken. In Bezug auf das Material der Artillerie jener Zeitherrschte allgemein eine grosse Unordnung, eine Menge von unbrauch-baren Rohren, ausgebrannten Geschützen, nicht zusammengehörenden,oft nicht brauchbaren Geschossen, Gerathen u. s. w. war vorhanden.Indessen besass Russland so ungeheure Mittel für artilleristische Aus-rüstung , dass allein in den 96 Städtcu und befestigten Orten, von wel-chen Verzeichnisse aufgestellt waren und aufbewahrt wurden (ohne Hin-zurechnung von Moskau und vieler andrer Städte), um die Mitte des 17.Jahrhunderts an 2730 Geschütze angeführt sind. Es kostete vieleMühe, Ordnung in das Material unsrer Artillerie zu bringen, wurde auch

*) 1 Pud = 16,380 Kilogr. A. d. Ueb.