24 I. Kriege von 1613—1689.
Vorrechte: Jeder von ihnen erhielt Land und ein daselbst gebautes Haus,in welchem er mit seiner Familie wohnte; in Moskau und den Städ-ten lebten .sie in besondern Strelitzen- Vorstädten. Sie waren von denAbgaben und Diensten befreit, welche die Bewohner der Städte sonst zuleisten hatten, konnten Gewerbe und Handel frei betreiben, hatten Han-delsabgaben nur dann zu bezahlen, wenn sie Summen über 50 Rubel(600 heutige Silberrubel) einnahmen, und erhielten ausser dem Allennoch Sold ausbezahlt für Kleidung und Brod, im Kriegsfall auch nochMarsch- oder Ausrüstungsgelder. Diese Rechte und Vorrechte bewogenViele, sich freiwillig in die Listen der Strelitzen einschreiben zu lassen,die Führer aber nahmen keinen Freiwilligen anders an, als auf solidari-sche Bürgschaft der alten zuverlässigen Strelitzen.
Die Strelitzen zerfielen in nioskauische und städtische. DieKrsteren hatten vor den Letzteren im Gehalt und im Dienste grosse Rechtevoraus. In Moskau existirten früher 12 Kommandos (Brikas) oder Regi-menter, im Jähre 1672 fügte Alexei Michailowitsch denselbeneinige hinzu, 1074 gab es 14 und 1683—19 derselben. Sie wurdennach der Nummer und nach dem Namen ihrer Obersten bezeichnet underhielten als Belohnung für Verdienste eine höhere Nummer. In Moskauthaten sie wechselweise Dienst, in die Städte wurden sie zum Dienst auf2 Jahre geschickt; seit 1682 wurde der städtische Dienst der MoskauerStrelitzen nicht über 1 Jahr ausgedehnt. Seit dem Anfang der Regierungvon Johann und Peter (26. Mai 1682) ernannte Sophie die moskauerStrelitzen zur IIof-(Garde-)Infanterie.
Moskauer wie städtische Strelitzen theilten sich in Steigbügel-Regimenter (verpflichtet, beim Steigbügel zu sein, d. h. denZar oder die Zaritza zu begleiten) und andre (gewöhnliche), die Regi-menter in Sotnien, 50 Mann (Pjatidessjatni) und 10 Mann (Dessjatni). AnKopfzahl waren die Regimenter nicht gleich, die einen 1200, andreunter 1000 Mann stark (folglich gab es in Moskau zuerst an 12 000 Stre-litzen, von 1674 an 11 000, und von 1683 an 19 bis 20 000 Mann, — undmit den städtischen zusammen vielleicht 40 000j. Jedes Regiment hatteseine eigenen Fahnen: Regiments- und Compaguie-Feldzeichen(bratzkije). Trommeln und Geschütze (5 pro Regiment, wie es scheint)mit Kanonieren, welche nicht Strelitzen waren.
Soldaten hiessen ursprünglich die fremden Söldner zu Fuss, dannauch die russischen Fusstruppen (Ratniki), die nach deutschem oderfremdländischem Muster organisirt waren. Sie bildeten Regimenter,welche sich soldatische nannten % (seit der Belagerung von Smolenskdurch Schein im J. 1633). Zur Einstellung in die Soldaten kamen,wie bei den Dragonern, ausser Fremden auch Bojarenkinder, Ncugc-taufte, Tataren, Brüder und Verwandte von Strelitzen, und freiwillig