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Abth. 3, Die Neuzeit Supplement 1 (1882) Russische Kriege im 17. Jahrhundert
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1. Das russische Reich im 1". Jahrh. (Ifil31689). 25

eintretende freie Männer (wolnye ocliotscbie) die weder in Diensten,noch in Steuerpflicht, noch in Leibeigenschaft standen und weder Lehn-noch Erbgut besassen. Waffen erhielten sie vom Staate: Muskete. Pike,Degen, Hellebarde, Ilehn, Panzer, nach deutscher Weise wurden sie geübt.Sie waren in Regimenter getheilt, welche die Namen ihrer Obersten führten(in späterer Zeit nicht lauter Fremde, sondern auch Küssen) und derenjedes seine Fahnen, Trommeln und Geschütze hatte. Die Regimenterzerfielen zuerst in deutsche und russische, nachher aber in m o s -kauische, städtische und auserlesene. Wie viel Regimenter es imGanzen waren, ist nicht bekannt, vor Smolcnsk im J. 16321G33 waren4 deutsche und russische. Jedes Regiment bestand aus Musketierenund Pikenieren. Die Letzteren bildeten die besten Abtheilungen desRegiments, bekamen höheres Gehalt und waren mit Degen und über 2Sashen*) langen Lanzen (Piken), die Musketiere mit Degen oderPallasch und Musketen mit Untergestell (Gabel) bewaffnet. Die Soldatenlebten in Moskau und den Städten, gleich den Strelitzen, in besondernSoldaten- Vorstädten, wo man ihnen Höfe gegeben hatte, inwelchen sie mit ihren Familien wohnten. Wie es scheint, gab esSoldaten, welche sich beständig im Dienste befanden, und andre, die esnur zur Kriegszeit waren.

Die städtischen Fuss-Kasaken standen in gleichen Rechtenmit denen zu Pferde, waren auch wie sie bewaffnet, aber nicht in Regi-menter, sondern in Sotnien getheilt, und wurden zu den städtischen Re-gimentern der Städte gerechnet, in welchen sie wohnten. In einigenGrenzstädten wurden sie theilweis wie die Strelitzen verwendet, indemihnen der Schutz der dortigen Befestigungen anvertraut war.

Bei den Donischen, Wolga-, Jaik- und Terek-Kasaken gab es auchFuss-Sotnien, in gleichen Rechten und zu gleicher Verwendung wiedie zu Pferde.

Die letzte Klasse des Fussvolks im russischen Heere bildeten dieFuss-Datotschnye-Ljudi. Sie wurden mit denen zu Pferde ge-meinschaftlich ausgehoben, je zur Hälfte, theilten sieh in Sotnien, hattenihre Anführer (Häuptlinge, Golowa) und wurden grösstenteils beimGeschütz (Artillerie) und Fuhrwesen zur Bedienung, auch wohl zur An-legung von Verhauen, Befestigung von Lagern, Sicherung derselbendurch Wachen u. s. w. gebraucht. Bewaffnung, Dienst, Gerechtsamewaren dieselben wie bei denen zu Pferde.

Ausserdem gab es unter den russischen Fuss-Truppen auch frei-willig Eingetretene (wolnye ochotschie ljudi) zu Fuss, welcheauf Sold dienten, aber ihre eigenen Sotnien und Sotniks hatten.

Sashen, Ellen = 0,711 Meter. A. d. Ueb.