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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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XXVI. Marschall Graf von Sachsen. XXVII. Scliluss. 385

der Marquis de Mallebois, der Herzog Broglio, der Graf Belle-Isle, der GrafHarcourt, der Herzog Noailles, der Prinz Conti, der Herzog Coigny, der Herzogd'Estrees, der Herzog Richelieu, der Fürst Soubise, der Graf Clermont, derMarquis Contades, der Herzog Brissac, der Prinz Conde, im Ganzen 14, alle, wiezu ersehen ist, Prinzen, Herzüge, Fürsten, Grafen, Marquis, aus den ältestenGeschlechtern der französischen Aristokratie, von den Franzosen verherrlicht,aber mit Ausnahme vielleicht Contades' allein, waren sie mehr oder weniger mit-telmässige Feldherren, worin sie einige Aehnlichkeit mit den sehr vornehmenaber auch sehr mittelmässigen russischen Feldherren im siebenjährigen Kriege :Apraxin, Soltikow und Buturlin haben , weil die Ernennung dieser wie jenergleiche Ursachen hatte Wohlwollen und Gnade, mit vornehmer Geburt undhoher Stellung verbunden. Aber in Russland war sowohl die "Armee als dieKriegskunst noch sehr jung und neu, dagegen in Frankreich wenn auch alt,doch nach Ludwigs XIV. Zeit in grossem Verfall, und die Operationen der fran-zösischen vornehmen Feldherren in den Kriegen dieser Periode mit Ausnahmedes Grafen von Sachsen und Contades' zeichnen sich weder durch besondereKunst, noch durch besondere Erfolge aus, um so mehr gegen solche Feldherren,wie Friedrich II., Prinz Heinrich von Preussen uud Herzog Ferdinand vonBraunschweig waren. Daher haben wir uns auf die Schilderung des Lebensund der Kriegsthaten des Grafen von Sachsen beschränkt.

XXVII.S c h 1 u s s.

Interessant ist eine vergleichende Uebersicht der angeführten kurzen Bio-graphien und Charakteristiken der 2G bemerkenswerthesten Feldherren dieserPeriode. Vereinigt mau sie alle auf einem allgemeinen Bilde, sowohl die Kriegs-gefährten, als auch die Gegner des dieselben bedeutend überragenden Haupt-factors Friedrich II. , so ist es interessant, näher darauf einzugehen, wie dieseund jene beschaffen waren, und wo auf diesem Bilde Licht und Schatten ist.Dies kann auch zur Beurtheilung der kriegshistorischen Begebenheiten jenerZeit dienen, deren Hauptinteresse unstreitig in den Kriegen Friedrich's, in denschlesischen und besonders im siebenjährigen, gipfelt.

Wenn die Disciplin anerkanntermassen die Seele der Armeen bildet, so sindihre Häupter durch Verstandes- und Willenskraft ihre Anführer und dieRegierungen, denen sie untergeben sind. In dieser Hinsicht war Alles in stau-nenswerther Weise auf Seiten Preussens, der vertheidigenden, folglichschwächeren Partei, vereinigt. Gleich ausgezeichnet war sowohl die Seeleder preussischen Armee, ihre Disciplin, als die Verstandes- und Willens-kraft ihres Hauptes, Friedrich's, ihres Anführers uud Königs in einer Person,und wollen wir noch hinzufügen seiner hervorragendsten Kriegsgefähr-

Qalitzin, Allgem. Kriegsgeschichte. III, 3. 25