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.Schulenburg, der die sächsischen Truppen in der Armee Marlborough's befeh-ligte. Der junge Moritz betheiligte sich an allen Kriegsoperationen in denJahren 1708 — 9 in den Niederlanden und zeichnete sich überall durchKühnheit und Tapferkeit aus. Im Jahre 1710 begab er sich zu Peter I. nachKussland, war bei der Belagerung von Riga zugegen, und nach Eroberungdieser Stadt kehrte er in die Niederlande zurück. Hier ging seine Kühnheitso weit, dass Marlborough und Prinz Eugen ihm strenge Verweise gaben.Im Jahre 1711 befand er sich bei der Belagerung von Stralsund (währenddes nordischen Krieges), formirte ein Reiterregiment, exercirte es nach seinengänzlich neuen Regeln ein und führte es im Gefecht bei Gadebusch unge-gemein geschickt und glücklich drei Mal zum Angriffe und deckte dann denRückzug. Im Jahre 1714 heirathete er die schöne und reiche Gräfin Victoriavon Loben, aber diese Ehe war keine glückliche. Im Jahre 1714, als Karl XII..aus der Türkei zurückkehrte, eilte Moritz, vor Ungeduld brennend, gegen solcheinen Feldherrn zu kämpfen, zu seinem Regimente, das aus Polen nach Pom-mern gesandt worden war. Ohne Bedeckung reisend, wurde er im DorfeKrachnitz, auf dem Wege nach Sandomir, von 800 bewaffneten Polen um-zingelt, aber mit 5 Officieren und 12 Dienern vertheidigte er sich ungewöhnlichtapfer und hartnäckig, schlug die Polen mit grossem Verluste zurück und ent-kam wohlbehalten, ohne einen Mann zu verlieren, hatte aber selbst am Ober-schenkel eine Wunde erhalten, an der er sein Leben lang litt. Bei der Bela-gerung von Stralsund diente er als Oberst im Detachement des Generals Secken-dorff, und nach der Eroberung der Stadt im Jahre 1716 besuchte er einigenordische Höfe. Während seiner Abwesenheit befahl der sächsische MinisterGraf Flemming, ein Feind der Gräfin Königsmark und ihres Sohnes, das Regi-ment Moritz' zu cassiren, wofilr der Letztere nach seiner Rückkehr sowohlFlemming als seinem Vater bittere Vorwürfe machte, und nur durch schleunigeFlucht rettete er sich vor der Festungshaft. Nachdem ihm verziehen wordenwar, begab er sich 1717 in die Armee des Prinzen Eugen nach Ungarn undwohnte der Belagerung von Belgrad und der Schlacht bei dieser Festung bei.Hier bestärkte ihn die vor seinen Augen geschehene Vernichtung zweier österrei-chischer Bataillone, die ungeachtet des heftigen Gewehrfeuers durch die türkischeReiterei erfolgte, in seiner Meinung hinsichtlich der Unzulänglichkeit des Gewehr-feuers derlnfanterie zur Vertheidigung gegen Reiterei und bezüglich der Notwen-digkeit der Wiederbewaffnung eines Theiles der Infanterie mit Lanzen. AusUngarn kehrte er nach Dresden zurück, aber das Leben hier wurde ihm in Folgeder Intriguen Flemming's und häuslicher Unannehmlichkeiten unerträglich, und erbegab sich nach Paris, wo er im Jahre 1720 in französische Kriegsdienste alsGeneralmajor (mare"ckal de camp) trat und auf Anregung des berümten Fo-lard sich eifrig mit den Kriegswissenschaften beschäftigte. Im Jahre 1725nahm er das Anerbieten des kurländischen Adels, nach Ableben des kinderlosenHerzogs Ferdinand Kettler die Verwaltung Kurlands zu übernehmen, an und