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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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XXVI. Marschall Graf von Sachsen. 381

heit in seiner Armee, in fremden Armeen und unter den Anführern und Be-fehlshabern, und unzweifelhaft aus diesem Grunde im Jahre 1761 mit Berichtenan die Kaiserin Elisabeth Petrowna gesandt, erwarb er sich auch ihr Wohl-wollen. Im Jahre 1762 wurde er zum Oberst im Astrachan'schen Infanterie-regiment befördert und nach Beendigung des Krieges im Jahre 1763, 34 Jahrealt, wurde er zum Commandern- des in Neu-Ladoga stehenden Susdal'schenInfanterieregiments ernannt. Hier verbrachte er sechs Jahre mit dem Unterrichtseines Kegiments in ganz besonderer Art, nämlich in rein militärischer undkriegerischer Beschäftigung, indem er das Regiment unaufhörlich darin übte,was auf dem Marsche, im Kampfe, im Kriege wirklich zu wissen und zu thunnöthig ist, machte forcirte Märsche, Bewegungen verschiedener Art, Operationen.Kriegsübungen und Arbeiten, liess nach dem Ziel schiessen u. s. w., mit einemWorte, er hielt das Regiment stets in Bereitschaft, bei der ersten Nothwendig-keit geraden Weges in den Krieg ziehen und in den Kampf rücken zu können.Die Gelegenheit dazu liess auch nicht lange auf sich warten, denn im Jahre1768 wurde ihm der Befehl ertheilt, mit seinem Regimente so schnell als mög-lich nach Littauen und Polen zu marschiren, womit zugleich seine Betheiligungan den Kriegen gegen die Polen und Türken begann, welche ihrerseits in der Be-schreibung dieser Kriege und im Anhange zu derselben geschildert werden wird.

Französische Feldherren.

XXVI.Marschall Graf von Sachsen.

Graf Moritz oder Mauritius von Sachsen, Sohn des Kurfürsten August II.von Sachsen und der berühmten Gräfin Aurora von Königsmark, wurde am19. October 1696 geboren. Schon in seiner Kindheit zeigte er grosse Geistes-fähigkeiten , einen feurigen Geist, edle Gesinnungen und Gefühle und unge-wöhnliche Körperstärke. Seine Mutter gab ihm mehrere Erzieher, von welchender Franzose d'Alangon, der besonders geschickt war in allen damaligen, so-genannten ritterlichen Uebungen (Reiten, Waffenhandhabung u. s. w.), derLiebling Moritz' ward. Uebrigens waren seine Erziehung und Bildung nicht ge-nügend, um so mehr, da sie oft dadurch unterbrochen wurde, dass er seinen Vaterhäufig auf dessen Feldzügen begleitete. Dafür entwickelte dies aber frühedie Leidenschaft für den Krieg und für den Militärstand. Im Jahre 1708 ent-lief Moritz, 12 Jahre alt, seinen längst gehegten Wunsch am damaligen Kriegein den Niederlanden Theil zu nehmen ausführend, zu Fuss aus Dresden in dieverbündete Armee des Herzogs von Marlborough, die damals Lille belagerte.August gefiel dieser Streich und er ernannte Aloritz zum Adjutanten des Grafen