380 Beilagen.
in seinen Knabenjahren der junge Suworow selbst, wie es scheint, ohne besondereanderweitige Anleitung. Der Vater, welcher die entschiedene Neigung seinesSohnes für den Militärstand sah, Hess ihn, dem Brauche der Zeit gemäss, schonim 12. Lebensjahre für den Militärdienst verzeichnen, aber noch vier weitereJahre fuhr der Sohn fort, zu Hause zu lernen, nach anderen Nachrichten inPetersburg im Infanterie- (in der Folge 1.) Cadettencorps. Schliesslich trat er,erst 17 Jahre alt, im Jahre 1745 in den wirklichen Militärdienst in das Se-menow'sche Leibgarderegiment als Gemeiner ein und ging alle niederen Rang-stufen durch, erfüllte alle Pflichten derselben, theilte mit den Soldaten alle ihreMühen, Nahrang u. s. w. Hieraus ist zu ersehen, wie gross der Unterschiedzwischen den Anfängen seiner Bildung und seines Kriegsdienstes und denjenigenwar, welche den Söhnen der vornehmen Grossen und Höflinge zu Theil wurden, dieschon von der Wiege an Glückskinder sind. Dafür nahm der junge Suworowaber an Geist und Stärke bedeutend zu und in geistiger Bildung stand er un-vergleichlich höher als seine Alters- und Dienstgenossen. Nach 9jährigemeifrigen Dienste als Untermilitär im Semenow'schen Reginiente wurde er end-lich zum Officier im Jahre 17 54, 25 Jahre alt, mit Versetzung zur Armeeals Lieutenant befördert — in einem Alter, in welchem die Söhne der vor-nehmen Grossen schon zu Generälen befördert wurden! Nach seinem Avan-cement zum Officier soll er nach einigen Nachrichten zwei Jahre theils im Re-gimente, theils bei seinem Vater verbracht haben. Als aber der siebenjährigeKrieg begann, nahm er, in der Armee Apraxin's stehend, seit dem Jahre 1757an diesem Theil. Nachdem Memel von Fermor erobert worden, war er imRange eines Hauptmanns zeitweiliger Commandant dieser Stadt, im Jahre 175Sstand er bei Fermor in der Eigenschaft eines Dujour-Majors, betheiligte sichan den Schlachten und Gefechten der Jahre 1758—1760 und im Jahre 1761,schon im Range eines Obristlieutenant, erscheint er im Bestände der Avant-garde des Generalmajors Berg und unter den leichten Vortruppen desselben alskühnster Parteigänger. Im wahren Sinne des Wortes fliegende Detachementsbefehligend, erwarb er sich sogar bei den Feinden Berühmtheit und den Rufeines geschickten Partisans und legte seine kriegerische Begabung uud seine mitseinem feurigen Charakter und Kriegsbegriffen übereinstimmende entschlosseneOperationsart an den Tag. Auf diese Art operirend hatte er thätigen Antheilan der Niederlage des preussischen General Knobloch bei Reichenbach; nacheinem schnellen, forcirten Marsche drang er in Landsberg an der Warthe einund nahm die dortige Garnison gefangen; stark beunruhigte er das preussischeCorps des General Platen auf dessen Marsche nach Kolberg ; durch plötzlicheUeberfälle bei Friedberg, Stargard und an anderen Orten brachte er ihmgrosse Verluste bei; glücklich operirte er bei Glogau, Naugard und in vielenanderen Fällen. Durch diese Partisan-Operationen namentlich bildete er sichvon selbst praktisch für den Krieg aus, legte den ersten Grund zu seinerspäter folgenden Kriegslaufbahn, erwarb sich eine schmeichelhafte Berühmt-