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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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XXIII. Tottieben. XXIV. Töküly. XXV. Suworow. 379

XXIV.T ö k ö 1 y.

Peter Abrahamowitsch Tököly, ein Serbe von Geburt, stammte aus einemalten serbischen Geschlechte, wurde im Jahre 1720 geboren und begann seinenMilitärdienst in Oesterreich. Zu Zeiten der Kaiserin Elisabeth Petrowna wurdeer, unter der Zahl vieler anderer Serben und anderer Slaven im Jahre 1747 inrussische Dienste als Lieutenant aufgenommen und erwarb sich im siebenjährigenKriege hauptsächlich als kühner, ausgezeichneter Partisan einen Namen. Im Jahre17 57 wurde er in der Schlacht bei Gross-Jägerndorf verwundet, zeichnete sich1758 bei Zorndorf aus, wurde zum Obristlieutenant befördert und operirte im Jahre1760 vortrefflich mit seinem abgesonderten fliegenden Detachement, wurde sodannim Gefecht bei Köslin verwundet, fuhr aber fort, sich an den Kriegsoperationenbis zur Beendigung des Krieges zu betheiligen und ward im Jahre 1762 zumOberst befördert. Unter Katharina II. betheiligte er sich an den Kriegen gegendie Polen und Türken (was an seiner Stelle in dem Anhange zur Beschreibungdieser Kriege geschildert werden wird). Bis dahin aber, wie erwähnt, ver-dient er besondere Aufmerksamkeit als ausgezeichneter Partisan der russischenArmee in einer Epoche, in welcher in den schlesischen und im siebenjährigenKriege, bei der preussischen undden anderen europäischen Armeen, die Partisan-Operationen, nach dem Beispiele Oesterreichs, sich merkwürdig entwickeltenund aufblühten, ein wichtiger und nützlicher Zweig der Kriegsoperationen imAllgemeinen.

XXV.Suworow.

Alexander Wasiljewitsch Suworow, Sohn des Generallieutenants WasiliIwanowitsch Suworow, wurde am 13. November 1729 geboren und verlebtedie ersten Kinderjahre auf dem Gute seines Vaters. In seiner Kindheit war ervon schwachem Körperbau und schwacher Gesundheit, zeigte grosse Fähig-keiten und eine ungewöhnliche Neigung zum Studium, Bücherlesen und zu Be-schäftigungen hauptsächlich mit Geschichte und Kriegswissenschaften; erzog sichvon menschlichem Umgang zurück und liebte die Einsamkeit. Sein Vater war damitunzufrieden und aus Furcht, dass dies nicht noch mehr der ohnehin schwachenGesundheit seines Sohnes schade, wollte er dies verhindern. Aber der Oheimdes jungen Suworow mütterlicher Seits, der bekannte General Hannibal, vonGeburt ein Araber, getauft, erzogen und ausgezeichnet von Peter I., ein sehrkluger und gebildeter Mann, beurtheilte die Fähigkeiten und den Wissensdrangseines Neffen in richtiger Weise und bestimmte dessen Vater, ihm nicht hinderndbeim Lesen und Lernen in den Weg zutreten. Auf diese Weise bildete sich