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Abth. 3, Die Neuzeit Bd. 3 (1875) Kriege der II. Hälfte des XVIII. Jahrhunderts in West-Europa : 1740 - 1792 ; die Kriege Friedrich's des Grossen
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370 Beilagen.

fürt aus längs dem Ufer der Oder zu operiren. Im Jahre 1760, als sich Daunin schwieriger Lage befand, bewog er das Petersburger Cabinet Fermor den Be-fehl zu ertheilen, Offensivoperationen zu eröffnen, um Friedrich von der öster-reichischen Armee abzuziehen, was in der That von Fermor ausgeführt wurde,wobei Berlin eine Zeit lang von Tottieben besetzt und die Neumark und Pom-mern verwüstet wurden. Aber nach der Schlacht bei Torgau zog sich Fermornach Polen zurück. Im Jahre 1761 blieb er noch bei der Armee, die in Preussenoperirte, allein am 19. Februar 1762 wurde er auf sein Ansuchen, vonPeter III. aus dem Dienste entlassen. Im Jahre 1763 ernannte ihn Katharina ILzum General-Gouverneur von Smolensk. In diesem Amte blieb er bis zumJahre 1770, wo er seinen Abschied nahm; er starb am 8. Februar 1771.Münnich erwähnte seiner rühmlich als eines ausgezeichneten im Dienst er-grauten Artilleristen und Ingenieurs, als eines erfahrenen, arbeitsamen, un-eigennützigen Generals, der ganz den Zustand der russischen Armee kannte.»Gebe Gott« schrieb er an Katharina II . »dass meine göttliche Kaiserinimmer von so eifrigen Personen umgeben wäreT« Ein solches Zeugniss voneinem Feldherrn wie Münnich hat grosses Gewicht.

XIX.Soltikow.

Graf Peter Semenowitsch Soltikow war der Sohn des General-en-ChefGrafen Semen Andrejewitsch, und trat im Jahre 1714 als Gemeiner in denGardedienst und wurde von Peter I. nach Frankreich zur Erlernung des See-dienstes gesandt. Gegen 20 Jahre war er in Frankreich und da er keine Nei-gung für das Seewesen hatte, wurde er nach seiner Rückkehr nach Russlandzum Kammerherrn und Generalmajor ernannt und im Jahre 17 34 wurde ihmder St. Andreas Newsky-Orden verliehen. Dieses verdankte er dem besondernWohlwollen der Kaiserin Anna Iwanowna (deren Mutter eine geborene Solti-kow war) für seinen Vater, der ihr wichtige Dienste bei ihrer Thronbesteigunggeleistet hatte. Im Jahre 1741 beförderte die Regentin Anna Leopoldowna denGrafen Peter Semenowitsch zum Generallieutenant. In demselben Jahre be-theiligte er sich an den Kriegsoperationen gegen die Schweden, im Jahre 1742unter dem Befehle Keith's an dessen Expedition nach den Küsten Schwedens, imJahre 1743 befehligte er auf der Escadre die Arrieregarde des FeldmarschallsLascy, und im Jahre 1744 wurde er mit einem mit Brillanten verzierten Degenbelohnt. Während des siebenjährigen Krieges im Jahre 1758 in der ArmeeFermor's stehend, unterstützte er ihn bei der Besetzung von Königsberg undOstpreussen, betheiligte sich an der Schlacht bei Zorndorf und wurde von derKaiserin Elisabeth Petrowna zum General-en-Chef befördert und mit dem St.Andreas-Orden belohnt. Aber bis dahin hatte er sich noch nicht durch besondere