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der Armee ernannt, welche gegen Friedrich II. bestimmt war. Nachdem ermit dieser den Marsch aus Livland in das jetzige Ostpreussen bewerkstelligthatte, erfocht er (oder richtiger gesagt, seine Armee) den Sieg über die preus-sische Armee des Feldmarschalls Lehwaldt bei Gross-Jägerndorf, nicht durchseine Geschicklichkeit, sondern durch die Fehler Lehwaldt's (deren er sich selbstnoch mehr hatte zu Schulden kommen lassen) und besonders durch die ungewöhn-liche Standhaftigkeit und Tapferkeit der Generäle, Officiere und Soldaten derrussischen Armee. Nach diesem Siege unterliess er es nicht nur, Lehwaldt zuverfolgen, sondern blieb eine ganze Woche in seinem Lager in Unthätigkeit,und unternahm dann plötzlich zur äussersten Verwunderung und Unzufrieden-heit der ganzen Armee den Kückzug nach Livland zu einer Jahreszeit, imHerbste, wo die Wege grundlos sind, wobei die Armee mit sehr grossem Trainviel mehr Schaden erlitt, als es bei einer Niederlage der Fall gewesen wäre.Die Kaiserin Elisabeth Petrowna, welche (ebenso wie Münnich) Apraxin be-sonders wohlwollte, befahl nach Empfang der ersten Nachricht über den Sieg,zum Andenken an denselben , im Familienwappen Apraxin's zwei übers Kreuzgelegte Kanonen anzubringen. Als sie aber vom Rückzüge Apraxin's Kunde er-hielt, befahl sie ihm, sofort das Commando dem nach ihm ältesten General-en-Chef Fermor zu übergeben und nach Riga zu kommen. Hier wurde Apraxinals Sieger empfangen, aber bald darauf erhielt er einen neuen Befehl, sich nachNarwa zu begeben und Rechenschaft über seine Handlungen abzulegen. AusNarwa wurde er auf ein kleines Schloss der Kaiserin zwischen St. Petersburgund Zarskoje-Selo (jetzt bei Tschetyre-Ruki) gebracht und dort bis zu seinemTode gefangen gehalten. Der Schlüssel dieser Ereignisse ist darin enthalten, dassdie Kaiserin Elisabeth Petrowna Friedrich II. sehr abgeneigt war, und hingegensich zu einem Bündnisse gegen ihn mit Oesterreich und Frankreich hingezogenfühlte; der Thronfolger Grossfürst Peter Fedorowitsch aber war ein grosserVerehrer Friedrich's und ganz und gar gegen einen Krieg mit ihm. Nach demAusmarsch der Armee Apraxin's erkrankte die Kaiserin so gefährlich, dass manschon ihren Tod erwartete, und dieses benutzend, soll der Kanzler Graf Bestu-schew-Rjumin, wie einige Nachrichten lauten, um dem künftigen Kaiser zuWunsche zu sein, an Apraxin einen Courier mit dem Rathe gesandt haben, sicheiligst aus Preussen zu entfernen; aber nach dem Zeugnisse Büsching's (Bü-sching's Magazin XVI. Bd.), das wahrscheinlicher ist, soll Bestuschew, der demThronfolger verhasst war, beabsichtigt haben, den minderjährigen GrossfürstenPaul Petrowitsch unter der Vormundschaft seiner Mutter, der GrossfürstinKatharina Alexejewna, zum Kaiser auszurufen, wozu er der Armee Apraxin'sbedurfte. Jedenfalls war eine geheime Hofintrigue im Gange. Apraxin zog sichzurück, und während dem erholte sich die Kaiserin von ihrer Krankheit, HessBestuschew und Apraxin ihren Zorn fühlen und befahl in Folge der KlagenOesterreichs und Frankreichs, die Sache aufs Strengste zu untersuchen undApraxin vor ein Kriegsgericht zu stellen. Letzterer starb nach einigen Nach-