XVII. Apraxie. 365
Trotz alledem kann man ihn unter die Zahl der bemerkenswerthesten Generäleseiner Zeit stellen.
Russische Feldherren und Generäle.
XVII.A p r a x i n.
Der erste von den russischen Obercommandirenden, welche auf dem Kriegs-schauplatze des siebenjährigen Krieges erschienen, war der General-Feldmar-schall Stephan Fedorowitsch Apraxin.
Er war der Sohn eines Zeitgenossen Peter's I. , des Generaladmiral GrafenFedor Matwejewitsch Apraxin, wurde am 30. Juli (a. St.) 1702 geboren undnachdem er in seiner Kindheit den Vater verloren, von seinem Oheim dem Gra-fen Peter Matwejewitsch Apraxin erzogen. 17 Jahre alt trat er im Jahre 1718als Gemeiner in das Preobraschenskische Regiment, in welchem er alle Unter- undOberofficiersgrade durchmachte und unter Peter II. bereits Hauptmann war. ImJahre 1734, unter der Kaiserin Anna Iwanowna, wurde er zumSecond-Major mitVersetzung ins Regiment Semenow befördert, mit welchem er in den Jahren1737—1738 den Feldzug gegen die Türken in der Armee Münnich's mitmachte,sich bei der Erstürmung von Oczakow betheiligte und für seine Tapferkeitbei dieser Gelegenheit zum Premier-Major befördert und mit Gütern beschenktwurde. Im Jahre 1739 wurde er zum Generalmajor befördert, zugleich mitder Ernennung zum Dujour-General in der Armee Münnich's. Nach der Er-oberung von Chotin wurde er mit dem Berichte darüber nach Petersburg ge-sandt, und auf Vorschlag Münnich's mit dem St. Alexander Newsky-Ordenbelohnt. Nach Beendigung des Krieges mit den Türken wurde er zum Chefder Truppen im Gouvernement Astrachan, in der Nähe der damaligen persi-schen Grenze, ernannt. Hier empfing er im Anfange des Jahres 1741 die Ge-sandtschaft des Schach Nadir von Persien, welche an den russischen Hof ge-sandt worden war, und im Jahre 1742 reiste er selbst als Gesandter zum Schach.Nach seiner Rückkunft aus Persien wurde er in demselben Jahre 1742 zumOberstlieutenant der Garde und zum Generallieutenant der Armee befördert,im Jahre 1746 zum Vicepräsidenten des Kriegscollegiums und zum General-en-Chef erhoben, und im Jahre 1743 zum General-Kriegscommissar ernannt.In diesem Amte erhielt er im Jahre 1751 den St. Andreas-Orden, im Jahre1756 wurde er zum General - Feldmarschall befördert (54 Jahre alt undnach 38jährigem Dienste) und im März 1757 wurde er zum Oberbefehlshaber